Norwegen.

Norwegen. Das Land der Fjorde und der wilden  unberührten Natur. Wo sich Elche noch so richtig wohl fühlen und kleine süße rote Holzhäuser sich von Polarlichter umspielen lassen. Dort, wo Wikinger noch so allgegenwärtig sind wie der mehr als umstrittene Walfang. Das ist Norwegen.

Lange war es ein Traum von uns, in dieses abwechslungsreiche, einzigartige Land zu reisen. Und wir wurden nicht enttäuscht.

Da wir die Reise für Mitte August planten, konnten wir auch mit für Norwegen gutem Wetter rechnen. Sogar in Bergen, unserem zweiten Stopp, hatten wir sogar fast einen ganzen Tag lang keinen Regen – aber nur fast. Dafür umso mehr Tagestouristen der diversen Kreuzfahrtschiffe, die jede kleine Stadt maßlos überfluteten. Und wenn es sich noch dazu um eine Aida handelt, kann man eh nur noch eines machen. Flüchten. So viele Deutsche auf einem Fleck haltet man nämlich bei Gott nicht aus. Aber beginnen wir mal am Anfang. Oslo.

Wir freuten uns wahnsinnig auf Oslo, weil wir eigentlich so gut wie nichts darüber wussten. Als nordische Stadt hatten wir eigentlich eher Stockholm, Kopenhagen oder Amsterdam im Kopf, aber von Oslo hatten wir noch nie etwas gehört. Also gehört natürlich schon, also dass es diese Stadt gibt. Aber das war auch schon alles. Nach einiger Recherche haben wir uns ein kleines, feines Programm zurecht gelegt, sogar mit einigen Hipster Places. Man muss jedoch dazu sagen, dass es einige Interpretationen von Hipsterville gibt. Einige ziemlich unterschiedliche offenbar. Aber das hatten wir ja schon mal in Kreuzberg. Und in Williamsburg. Aber trotz alle dem haben wir uns schöne zwei Tage gemacht. 

Nachdem wir unser sehr cooles Apartment bezogen haben, wollten wir etwas von der Stadt sehen. Und nachdem wir direkt beim Slottsparken – also dem Königspalast – wohnten, war unser erstes Ziel auch schon vorprogrammiert. Es war

natürlich der Palast. Überraschte Gesichter, verdrehende Augen. Haha.

Der Palast war aber ganz schön, nichts Aufregendes, aber ganz nett. „Nett“. Mit gar nicht so vielen Menschen sogar davor. Was gut war und immer noch ist, wenn man dadurch gute Fotos machen kann. Nach einer kurzen Verschnaufpause (weil wir ja schon so lange unterwegs waren – Stille – nein, weil wir einfach nur faul sind) ging es weiter in Richtung Stadtinneres, um – wie kann es anders sein – etwas zu essen zu finden. Nachdem wir uns ein paar nette Sachen herausgesucht hatten, wollten wir diese natürlich auch finden.

Aber anfangs taten wir uns wirklich ein bisschen schwer, in die Stadt einzutauchen. Wir vermissten ein bisschen das altertümliche, nordische. Oslo ist doch eher eine moderne Stadt, würde ich sagen, andrerseits keineswegs eine Großstadt. Schwierig zu beschreiben und jetzt im Nachhinein doch wieder sehr cool. 

Unser ersehntes Ziel waren die Mathallen. DAS war ein cooler Ort. Ich frage mich ernsthaft, warum Wien noch keine Foodhall hat. 

Das ärgert mich richtig, weil ungefähr alle anderen Städte so etwas zu haben scheinen. Aber egal, man darf ja nicht immer nur raunzen. Ich bin dafür immer sehr froh drüber, in anderen Städten so etwas erleben zu dürfen.

Obwohl alles – und damit meine ich wirklich alles – unglaublich teuer ist (und das nicht nur für unsere Verhältnisse), war’s eigentlich eh egal, wo wir einkehrten. Was kostet schon die Welt.Viel, jaja, ich weiß. Vor allem in Norwegen. 

Aber dadurch wurde es eben eine Champagner Bar.

Ich kann gar nicht so viel dafür, dass es dann doch etwas so extravagantes geworden ist – es hatte einfach nicht mehr viel offen. Aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass es auch eine Tapas Bar war (zwar eine teure, aber man – außer ich wäre Hinduistin – lebt ja nur einmal) und das Essen wirklich hervorragend war 

Because I love food.

Der zweite Tag in Oslo gestaltete sich sehr abwechslungsreich. Wir standen früh auf, weil heute etwas ziemlich besonderes am Tagesplan stand – der Holmekolmen. Häh, was isn das? 

Die berühmte – also berühmt für den Teil der Menschen, die an Skispringen interessiert sind (which is not me) 

Sikisprungschanze. 

Und das eigentlich coole dran ist, dass man als Besucher ganz rauf fahren kann, aufs Dach sozusagen, und dadurch einen wahnsinnigen Ausblick hat. Und da wir natürlich am liebsten ohne Menschen dort waren, fing unser Tag besonders früh an. Da das Wetter aber eher bescheiden war, waren wir so oder so die einzigen Touristen dort. Also war das frühe Aufstehen umsonst. 

Dafür hatten wir sehr viel von unserem Tag. Das bedeutet vor allem eines.

Viel Zeit zu essen.

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Aber davor machten wir noch einen Abstecher in den Frognerpark. Dort gibt es eine Art Ansammlung von diversen Statuen und Figuren – mit teils sehr sehr sehr eigenartigen Formationen, so wie eine männliche Statue, der kleine Kinderstatuen herumschleudert. Und dann war da der Angry Boy. Ist anscheinend sehr berühmt und ganz viele Leute, vor allem Chinesen, haben diese Statue fotografiert.

Wir auch.

Dann bekamen wir Hunger. Und das war auch schon unser erstes großes Anliegen nach dem Park. Wir machten uns auf den Weg nach Inner Oslo und wurden fündig bei einem weiteren Street Food „Market“ namens Salt. Ein sehr witziger Ort, direkt beim Hafen. Eigentlich eine Mischung aus Food Market und Sauna, was sich nicht nur komisch anhört, sondern es sicher auch ist. Wir waren natürlich nur zum Essen dort. Sauna gehen dürfen die anderen.

Da der Salt Market direkt am Hafen liegt, war es zum Opera Huset nicht weit.Nur ein bisschen Wind hat uns davon getrennt und viele viele Möwen. Sehr viele Möwen. Da steht man ständig unter Beschuss und muss unglaublich aufpassen, nicht getroffen zu werden. Schwieriges Unterfangen, aber wir haben es geschafft.

Das unglaublich coole an diesem Gebäude ist, dass man von unten direkt auf einer Schräge aufs Dach gehen kann, umsonst. Und dort oben hat man natürlich einen tollen Ausblick widerum auf den Hafen und die Stadt. Ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Weitere Fish und Chips später machten wir uns auf den Weg nach Grünerløkka, DEM Hipsterzentrum Oslos. Aber wie schon weiter oben erwähnt, ist es eher ein sehr verwahrlostes Viertel, wo ein paar coole Lokale zwar sind, aber trotzdem nicht allzu viel Streetlife vorherrscht. Nichtsdestotrotz haben wir das Kulturzentrum Bla besucht, was wohl der Inbegriff von Kreuzberg wäre. Aber dann trotzdem wieder recht cool. Ein paar Bier später – was anderes kann man sich in Norwegen leider nicht leisten – verbrachten wir unseren letzten Abend in Oslo packend in unserem Apartment und freuten uns auf unsere Zugreise nach Bergen.

Der nächste Morgen sowie der restliche Tag war geprägt von Zug fahren. Die Zugfahrt dauerte 7 (!) Stunden und war an sich als Panoramafahrt und schönste Zugstrecke Europas deklariert, darum war ich auch ganz aufgeregt, um ja alles fotografisch festzuhalten. Aber an und für sich war die Fahrt geprägt von Hochebenen und dadurch eher kahler Landschaft – und aus einem fahrenden Zug kann man sowieso nicht so gut Momente festhalten. 

Trotzdem ist die Zeit eigentlich sehr schnell vergangen. Im Nullkommanichts waren wir in Bergen, der regenreichsten Stadt Norwegens. Oder Europas. Oder vielleicht sogar weltweit? Es fühlte sich auf jeden Fall so an – aber nachdem wir ja gut gerüstet waren und jeglicher Art Regenschutz mit und an hatten, war das Wetter für uns kein Problem.

Nur der Gang über Stock und Stein, Hügel rauf, Hügel runter bis ans letzte Zipferl von Bergen, über Backsteinpflaster mit Koffer (…) war weniger herrlich. Aber auch das haben wir gemeistert. Zwar mit ein bisschen Grant, aber das ist fast nicht erwähnenswert.

Nach Bezug unserer Unterkunft wollten wir noch etwas von der Stadt sehen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Bergen bei Nacht, vor allem der Blick auf Bryggen, ist schon einmalig. Wunderschön, und man fühlte sich dort auf dem kleinen Platz am Hafen so alleine. Trotz der vielen Touristen, die Bergen normalerweise durchströmen. Tagsüber.

Der Fisket Torget, Fischmarkt auf Deutsch, war gleich ums Eck – logischerweise, weil wir ja am Hafen waren – und somit wollten wir uns gleich mal was zum Essen holen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Naja, ich korrigiere. In Norwegen gönnt man sich eigentlich sehr viel.

Weil alles so teuer ist.

Also unbeabsichtigterweise gönnt man sich dort sehr sehr viel. Weil man einfach muss. Da kostet ein Fischburger schon mal das Dreifache wie bei uns, obwohl der Fisch direkt dort gefangen wird. Es ist einfach alles teuer. Aber ja, macht ja nix. Wer gerne isst, der muss dort halt einfach mehr zahlen. Damit findet man sich nach einiger Zeit ab.

Der nächste Morgen war von unserem Vorhaben geprägt, auf den hiesigen Hausberg namens Fløyen, raufzugehen. Keine Rede von Wandern, da uns mehrmals versichert wurde, dass man 20 Minuten gemütlich rauf watschelt, gar nicht anstrengend und ganz locker.

Wir wurden eines besseren belehrt. 

Wir brauchten natürlich länger als 20 Minuten – 1,5 Stunden in etwa – und waren so verschwitzt und fertig mit der Welt, weil dieser Weg, dieser blöde Serpentinenweg, einfach nicht aufgehört hat. An uns vorbei ziehend sahen wir einige Sportler, sogar Schulgruppen, die uns alle überholten.Es war wirklich frustrierend. Aber nichtsdestotrotz kamen wir oben an und konnten einen wahnsinnigen Blick über Bergen erhaschen. Und wieder mal sehr viel Geld in einer amerikanisch geprägten Raststation für nicht so gutes Essen ausgeben. Und das alles wieder mal nur wegen unserem Esswahn. Wenns in der Früh ist, muss man halt was frühstücken. Egal wie viel das alles kostet. Den Massen an typisch amerikanischen Touristen mit Basecap, viel zu großen Jeans und furchtbar billigen weißen Turnschuhen hat der Filterkaffee wahrscheinlich hervorragend geschmeckt.

Ich HASSE Filterkaffee. Ich hasse ihn einfach. Wie Abwaschwasser. Und dann kostet dieses Getränk auch noch was. Unverständlich, dass Leute dafür Geld ausgeben.

Für den Abstieg vom Berg entschieden wir uns paradoxerweise für die Fahrt mit der Fløyen-Bahn. Andersrum wärs wahrscheinlich weniger anstrengend gewesen, aber man muss sich ja von der Masse abheben. War aber eine schöne Art und Weise, vom Fløyen wieder runter zu kommen. Und uns in den Tagestouristenwahn von Bergen zu stürzen.

Weil der ist wirklich ein Wahnsinn. Diese großen Kreuzfahrtschiffe überfluten jede kleine Stadt maßlos. Man muss sich richtig durch deutsche Touristen durchkämpfen und so leise reden, dass man ja nicht von einem anderen Deutsch sprechenden Menschen eventuell angesprochen wird. Anstrengend war das. Aber auch das haben wir gemeistert – wir sind einfach auf die andere Seite von Bergen geflüchtet, wo ein eigentlich recht nettes Kulturzentrum war. Dort haben wir uns ein – wieder mal – Bier gegönnt und im komplett leeren Lokal draußen dem Meer gelauscht. Ich weiß einfach nicht, wo die ganzen Menschen waren. Niemand wollte anscheinend nachmittags etwas trinken. Komisch.

Mir nicht.

Unser Aufenthalt in Bergen neigte sich dem Ende zu, aber nachdem wir uns schon so auf die Fjorde freuten, war der Abschied nicht ganz so schwer. Per Mietauto fuhren wir am nächsten Tag weiter nach Eidfjord, einem kleinen Ort im wunderschönen, namensgebenden Eidfjord. Davor machten wir noch einen Stop in Flåm, um mit der sogenannten Flåmbahn eine kleine Panorama-Zugfahrt zu machen. Die wirklich sehr schön war. Außer der sehr künstliche Halt bei einem gigantischen Wasserfall, wo genau dann, wenn der Zug gehalten hat, eine komische Frau in wallenden Gewändern irgendwo auf einer kleinen Ruine unter Drogen psychodelisch getanzt hat. Es war wirklich mehr als eigenartig. Wirklich. Aber die Fahrt war schön.

Mit schönen Eindrücken sind wir weiter nach Eidfjord gefahren. Und wurden nicht enttäuscht. Ein kleiner Ort, der an einem imposanten Fjord liegt. Das kann nur schön sein. Und nachdem wir unsere Pension bezogen haben (die sehr eigenartig war), wollten wir eigentlich nur noch schlafen gehen. Weil wir uns so geärgert haben über den Rezeptionisten. Hat er sich doch wirklich aufgeregt, dass wir nur zu zweit waren und ein Zimmer für BIS zu vier Personen gebucht haben. Ist ja nicht so, dass ich das 1. nicht angegeben hätte und 2. sowieso dafür zahle und es somit mein Problem ist oder wäre. Mühsam. Da war der Aufenthalt dann natürlich weniger schön, wenn man sich so viel ärgern muss.

Aber es war ja nur die Unterkunft. Sonst war es in Eidfjord wirklich schön. Am Tagesplan stand heute nämlich Kajaken. Im Fjord. im FJORD. Und wir wurden wirklich nicht enttäuscht.

Unsere Gruppe war ganz klein, nur drei Kajaks und ein Guide. Und so schwer wars eigentlich auch gar nicht. Wir konnten wahnsinnig schöne Eindrücke sammeln und haben dadurch den Entschluss gefasst, auch bei uns mal Kajak fahren zu gehen. Weils halt wirklich cool ist. Nachdem wir ganz gehyped vom Sporteln waren (ja, das kommt nicht wirklich oft vor) waren wir voller Tatendrang und fuhren danach noch nach Ulvik, einem kleinen Ort an einem – Achtung – Fjord. Logisch, dort sind fast alle kleinen Orte an Fjorden. Und es war wieder sehr schön. Mit einem Zwischenstop bei einem der schönsten Wasserfälle der Region. Dem Voringføssen. ein Wahnsinn. Riesengroß und gigantisch. Und nach so einem imposanten Eindruck muss auch noch ein kleiner Apfelkuchen dran glauben. 

Am Abend wollten wir in unserem Örtchen essen gehen. Und hätten auch schon ein Lokal gefunden, was sehr gut ausgeschaut hat. Traditionell, aber cool. Mit einem modernen Touch. Und dann hat das einfach nicht aufgesperrt. Es war irgendwie komisch. Warum sperrt man nicht auf, wenn man doch offen haben sollte? 

Grantig – ja, wieder mal – zogen wir dannen und suchten uns etwas anderes. Was leider wirklich sehr schwer war, weil dieser Ort aus gefühlten drei Häusern bestanden hat. Aber letzen Endes fahren wir ein sehr schönes Restaurant in einem Hotel, wo wir unglaublich gut gegessen haben und somit einen schönen letzten Abend in Eidfjord verbringen durften.

Der nächste Tag brachte uns die Weiterfahrt in eine ganz andere Gegend. Stavanger. Eine, wie wir uns informierten, doch recht industriell geprägte Ölstadt. Klang jetzt erstmal nicht so aufregend. Aber wir wurden eines viel besseren belehrt. Oft sind es doch die unerwarteten Dinge, die uns am Ende überraschen und begeistern.

Stavanger war ein Wahnsinn. Eine so coole und junge Stadt. Mit so vielen Lokalen, so bunt und frisch. Und unser Apartment war ein Traum. Sehr zentral gelegen. Und das Wetter meinte es mehr als gut mit uns. Es war straaaaahlender Sonnenschein mit richtigen Sommertemperaturen. Unglaublich toll. 

Wir machten uns gleich auf, die Stadt zu erkundigen und verliebten uns in die Farbegaten. Eine bunte Straße mit sooooo vielen Bars und Lokalen, voller Leben. Liebe Liebe Liebe. Dort kann man das Leben in vollen Zügen genießen. Auch der alte Teil, ganz in Weiß gehalten, hat es in sich. Wunderschön und sehr nordisch. Muss es ja sein, ist ja auch im Norden. Gamle Stavanger, du bist schön.

Am nächsten Tag entschieden wir uns dafür, eine kleine Schiffsfahrt zu machen. Eigentlich wollten wir ja ursprünglich auf den Preikestolen wandern. Aber nachdem uns der Hausberg von Bergen schon so zu schaffen gemacht hat – haha – entschieden wir uns gegen eine viel zu anstrengende Wanderung und für einen Ausflug per Boot zum Felsvorsprung. 

Mit ganz vielen Pensionisten. Aber es war eher ernüchternd. Weil man einerseits den Preikestolen natürlich nur ganz klein gesehen hat (und er, wenn man oben drauf steht, ganz anders wirkt) und andererseits das Fjord selbst, das Lysefjord, nicht so schön war. Weil eher Granitfelsen und weniger Grün war. 

Aber einen Regenbogen haben wir gesehen. Das war schön.

Da wir direkt an der Küste und somit einige Strände in der Nähe waren, entschieden wir uns für einen kleinen Ausflug zu einem der schönsten Strände überhaupt.

Dem Orrestranden. 

Stranden für Strand, und Orren wahrscheinlich für Ohren. Weils echt sehr windig dort ist und der Wind in den Ohren weh tut. Wenn man empfindlich ist. Und leicht Ohrenweh bekommt. 

Spaß. Orren steht einfach nur für Orren. Keine Ahnung, was das bedeutet. Aber wie schön war es dort bitte. Ein menschenleerer – wahrscheinlich wegen dem bereits erwähnten Wind – Strand, sauber (!) und sehr idyllisch. Dort kann man so richtig abschalten. Aber nur, wenn man es mit dem Wind aufnehmen möchte. Zum Sonne liegen eher nicht so geeignet. Weil sich Sand und Wind nicht sonderlich gut verträgt.

Voller Eindrücke und voller Freude über diese coole Stadt zogen wir am nächsten Tag weiter. Nach Kristiansand. Nicht -sund. Dem südlichsten Punkt Norwegens. Sozusagen. Und machten am Weg noch einen Abstecher zum wirklich südlichsten Punkt, dem Lindesnes. Einem malerischen Leuchtturm. Und danach ging es weiter in unser Cottage, einer Pension, mit einer so unglaublich netten Gastgeberin. Mit Hendln. Mit richtigen Hendln vorm Haus. Die mit uns auf der Terrasse gechillt haben. 

War sicher ein witziges Bild. Und obwohl die Stadt selbst am ersten Blick sehr uneinladend war, fanden wir ein Fleckerl mit sehr schönen Lokalen, wo wir unseren ersten Abend verbrachten. Trotzdem wussten wir, dass wir nicht unbedingt noch einen ganzen Tag dort verbringen mussten. Somit suchten wir nach Ideen, was wir in dieser Gegend noch machen konnten. Und wir wurden fündig.

Elgtun.

Eine Elchfarm, wo wilde Elche, die verstoßen oder verletzt wurden, aufgezogen werden. Und es war sogar ein Babyelch namens Theodor dort. Theodor! So ein liebes Elchbaby. Man hat ihn sogar streicheln dürfen. So lieb. Und ein wirklich schönes Erlebnis. 

Damit neigte sich unsere Reise schon fast dem Ende zu Der letzte Tag war dominiert von der Weiterreise zurück nach Oslo, um dort noch ein letztes Mal die Mathallen unsicher zu machen und von der wunderschönen Zeit in Norwegen zu reflektieren. Es war wirklich schön. Unglaublich schön.

Vì kommer snart tilbake, Norge. Du stjal hjertet vårt.

Amalfiküste. Oder auch, wie ich meine Liebe zu Zitronen fand.

Das Leben ist wie eine Zitrone. Da gibt es doch so ein Sprichwort. Und dieser Mensch, der diesen Satz in die Welt gesetzt hat, hat dabei bestimmt gerade einen Limoncello in einem kleinen Bergdorf entlang der Amalfiküste getrunken. Ganz bestimmt sogar. Und sich daran erfreut, wie gut so ein Limoncello eigentlich schmeckt. So fruchtig und zitronig. Man vergisst fast, dass es eigentlich ein Likör und deshalb relativ   stark ist. Und ihn nicht gegen den Durscht trinken sollte.

Unsere Reise beginnt leider in Neapel. Leider deshalb, weil es nun wirklich nicht gerade eine berauschend schöne Stadt ist. Ich habe wirklich mit allen Sinnen und positiven Gedanken versucht, mir die Stadt schön zu reden – aber es ging nicht. Es war laut. Und dreckig. Also so richtig schmutzig. Mit Mist auf der Straße. Neben Mistkübeln. Wenn dann wenigstens die Menschen nett wären.

Waren sie aber nicht.

Und deshalb wurde aus unserem Wochenende in Neapel ein Suchen nach einer Ausflucht aus der Stadt, weg vom Trubel. Und von Menschen generell. Und da wir unbedingt auf die Insel Procida wollten, haben wir uns dazu entschieden, mit der Fähre einen kleinen Ausflug zu machen.

Und es war so eine unglaublich gute Idee. Weil dieses kleine Fischerdorf so schön ist und wie ein Gemälde aussieht. Und so einen wahnsinnigen Kontrast zu Neapel darstellt. Ungefähr das absolute Gegenteil. Ruhig, wenig Menschen und schön. Einfach nur schön.

Nachdem wir die bunten Häuser und den Hafen von einem guten Punkt weiter oben auf einem Berg einer Erhöhung tausende Male mehrmals fotografiert haben, ließen wir den restlichen Tag bei wunderschönem Frühlingswetter bei einem Aperitivo ausklingen. Gut, der Aperitivo wurde ausgedehnt auf einige Aperol Spritz. Und Barsnacks. Vieeeelen Barsnacks. Wie ein komplettes Essen war das fast. Einfach, dass man was zum Knabbern hat. Das können die Italiener gut. Frieda liebt Italien. Aber nur, wenn die Leute freundlich sind und Barsnacks servieren.

Am Nachmittag ging es wieder zurück nach Neapel. Und diesmal hat mich der Dreck gar nicht so gestört. Wahrscheinlich, weil die Sonne draußen war. Mit Sonne ist alles besser, auch Neapel. Und beim Stadtspaziergang zur eingerahmten Madonna von Banksy hat auch noch eine Pizza Marinara vom Straßenstandl (Anmerkung: die so unglaublich gut war, dass man locker zwei alleine essen hätte können; weitere Anmerkung: in Wien kriegt man eher eine Lebensmittelvergiftung, wenn man von solchen Standln er was konsumiert) dran glauben müssen. Was soll ich sagen. Ti amo, Pizza; ti amo.

Am Montag war es dann soweit. Wir fuhren weiter nach Positano. Zu einer der schönsten Städte an der Amalfiküste. Und blieben davor noch in Sorrent stehen. Um ein unglaublich gutes Bruschetta zu essen und einen Espresso zu trinken. Und um ein bisschen zu flanieren und einen Vorgeschmack auf das zu bekommen, was die nächsten Tage auf uns wartet. Und natürlich, um das Tal der Mühlen zu besuchen. So schön und unbedingt einen Blick wert.

Wir hatten ja ein bisschen Respekt vor der Küstenstraße. Aber es ging eigentlich wirklich gut. Also das Fahren. Solange man nicht zu schnell in die Kurve fährt und auf das Hupen eines Busses aufpasst. Ist recht blöd sonst. Tipp von Frieda – auch hupen, wenn man um die Kurve biegt. Sicher ist sicher. Aber aufpassen, dass man nicht die ganze Zeit hupt. Nervt nämlich und man wird sehr verleitet, zuhause auch so zu fahren.

Nach einigen Kurven und sehr vielen Höhenmetern sind wir endlich im wunderschönen Positano angekommen. Ein Ort, wie er auf jeder Postkarte zu sehen ist. Wunderschön.

Und mit so vielen Engländern. In alt und reich, und in jung in Formation einer Schulgruppe. Irgendwie muss schon wieder ganz England auf Schulausflug sein. Oder es war einfach mal wieder ein großer Zufall. Diese Schulgruppen. Sie verfolgen uns. Dafür waren diesmal gar nicht so viele Asiaten sichtbar. Kaum zu glauben.

Nachdem wir unser Auto sicher in einer Garage abgegeben hatten, konnten wir unser Hotel beziehen, Die Terrasse war DER Wahnsinn. Wunderschöner Blick auf die Stadt und aufs Meer. Aber der Stil des Hotels lässt zu wünschen übrig. Etwas bunt würd ich mal sagen. Und zu barock. Und zu viele Skulpturen mit Korallen als Haare. Sehr eigenartiger Stil. Also nicht meins – anderen Leuten gefällt wahrscheinlich genau so was.

Sind dann aber sicher auch eigenartige Menschen. Naja.

Der erste Tag in Positano war richtig schön. Wir sind durch die engen Gassen spaziert, vorbei an unzähligen Geschäften, die entweder ihren Limoncello in jeglicher Art und Weise vermarkteten, oder Ledersandalen in jeder nur denkbaren Ausführung verkauften oder Gewand aus Leinen anboten. Eines nach dem anderen. Und alle hatten die gleichen Sachen. Wenn man mehr als einmal daran vorbei schlenderte, is die Gschicht a bisserl fad worden. Aber zum Glück gibts ja einige Bars, wo man sich mit einem Aperol Spritz von den Engländern und Massen an gleichen Geschäften erholen konnte. Wenn man natürlich eingelassen wird. Menschen, denen die Geldscheine nicht aus den Ohren flattern, wird gerne mit einer schlechten Ausrede der Eintritt verwehrt. Den ersten Abend ließen wir bei einem unglaublich guten und noch viel teureren Abendessen am Strand in einem sehr schönen Restaurant – Chez Black – ausklingen. Interessante Namensgebung für ein italienisches Fischrestaurant. Aber es war wirklich sehr gut. Wirklich, wirklich gut. Und teuer. Jössas na, des woar teuer.

Am nächsten Tag wollten wir einen kleinen Ausflug machen. Zu dem Ort, der der gesamten Region ihren Namen verleiht. Dorthin, wo die meisten Zitronen wachsen und wo es den besten Limoncello geben soll. Nach Amalfi.

Die Anreise mit der Fähre war eigentlich sehr schön. Nicht so wackelig wie erwartet und man hat einen richtig guten Blick auf die Küste. Unter anderem auch auf das Örtchen Praiano. Dort, wo immer die Sonne scheint. Es ist zwar recht unwahrscheinlich, dass es so einen Ort gibt – aber es ist wahr. Es gibt ihn. Egal, wie furchtbar das Wetter im Nachbarort Positano war, oder in Amalfi, oder in Ravello – in Praiano war die Sonne draußen.

Gemein war das.

Weil wir natürlich nie in Praiano waren.

Im – natürlich – bewölkten (weil ja die ganze Sonne im blöden anderen Ort war) Amalfi angekommen, haben wir uns mal auf den Weg in die Stadt gemacht. Da es dort recht überschaubar war und wir von sehr leicht bekleideten, rosa glänzenden, englischen Schülergruppen förmlich durchgeschoben wurden, haben wir uns nach kurzer Zeit dazu entschieden, zur Abwechslung mal einen Aperol Spritz zu trinken.

Man gönnt sich ja sonst nix.

Ein paar Getränke, einige Bruschetta und eventuell sogar noch ein bisschen Melone mit Prosciutto später, machten wir uns auf die Heimreise zurück nach Positano. Wieder mit der Fähre. Und wieder am oberen Deck sitzend. Diesmal hatten wir jedoch nicht so viel Glück. Es war alles okay, als es ein bisschen zu tröpfeln begonnen hat. Es war kalt, aber okay. Dann aber kam eine riesengroße Welle – die wir sogar in Zeitlupe auf uns zukommen sahen. Und es war zu spät. Was soll ich sagen. Wir waren nass. Richtig nass. Alles an uns. Herrliche Schifffahrt, so entspannt und gemütlich. Und trocken.

Den letzten Abend in Positano haben wir wieder mit einem sehr guten Abendessen ausklingen lassen – freuten uns aber schon auf die Weiterreise nach Ravello und konnten es kaum erwarten, weiterzufahren.

Um nach Ravello zu kommen, mussten wir wieder entlang der Küstenstraße weiter nach Amalfi fahren, blieben aber noch kurz im kleinsten Ort der Amalfiküste stehen – Atrani. Dieser Ort ist so klein, dass man fast schon durch ist, wenn man einen Parkplatz sucht. Und so klein, dass man gar nicht wirklich etwas darüber berichten kann. Außer, dass man von hier aus auch per Fuß über drei Millionen Stufen nach Ravello gehen kann. Haben wir aber nicht gemacht. Und warum?

Wei wir faul sind.

Wir essen lieber. Also gingen wir auf ein kleines Frühstück und warteten auf den Regen. Der leider nicht lange auf sich warten hat lassen. Und man glaubt es kaum, aber kaum war der erste Regentropfen da, kamen die Regenschirmverkäufer aus allen Ecken hervor. Wahnsinn. Wie Schwammerl sprießen die aus der Erde! Aber in unserem Fall sehr praktisch muss ich sagen. Wir haben nämlich keinen mitgehabt.

Nachdem man mit Regen in Amalfi nicht sonderlich viel machen kann, fuhren wir weiter nach Ravello, wo man mit Regen noch weniger machen konnte. Aber ein Tapetenwechsel ist nie schlecht. Und nachdem wir ein paar Stunden, die sich wie  Tage angefühlt haben, den, mittlerweile, Hagel abgewartet haben, sind wir beim ersten Sonnenblinzeln förmlich rausgerannt, um alles an Sonne auszunutzen, was an dem Tag noch möglich war. Und es war herrlich. Nachdem wir kurz das Dorf erkundet haben, besuchten wir die Villa Rufolo, die ihren Eintritt wirklich wert ist. Abgesehen von den wunderschönen Gärten, hat man dort den Blick. Also DEN Blick. Von oben mit dem typischen Baum und den Türmen auf die Küste. Wunderschön. Und da die Sonne da war, gleich nochmal viel besser. Nach ein paar Aperol später – ja, wir trinken gerne Aperol, falls man das mittlerweile sieht – erkundeten wir auch noch die Villa Cimbrone, die ebenfalls ziemlich schön ist. Sissi hat es dort auch schon gefallen. Oder besser gesagt Romy Schneider. Aber sie hat sich da irgendwie vertan, weil sie im Film immer von Madeira gesprochen hat… wahrscheinlich hat sie in Geografie nie so richtig aufgepasst. Naja, als Schauspielerin Kaiserin muss man da ja auch nicht so gut darüber Bescheid wissen.

Nachdem wir am Abend in einer sehr einfachen, aber sehr guten Trattoria gegessen haben, führte uns unser Weg zurück ins Hotel, wo wir glücklich und zufrieden einschliefen. Und uns Gedanken darüber machten, was wir in den nächsten beiden Tagen schönes unternehmen könnten. Bei Regen.

Nichts. Man kann einfach nichts machen, wenn es wie aus Kübeln schüttet. Erstens, ist es nicht so fein, auf einer engen Serpentinenstraße mit einem Fiat Panda, der ungefähr so schmale Reifen hat wie ein Fahrrad, bei starkem Regen zu fahren und zweitens, kann man ja außerhalb des Autos nichts machen. Pitschnass durch die Straßen flanieren geht da nicht so gut und macht keinen Spaß. Noch dazu, weil wir eigentlich auf Frühling eingestellt waren und schlecht gepackt haben. Deshalb haben wir uns die Zeit eigentlich nur mit Warten und mit ein bisschen Herumfahren vertrieben. Bis wir uns endlich wo reinsetzen konnten. Und wieder essen gehen konnten. Und da haben wir beschlossen, dass wir den nächsten Tag besser angehen werden. Und abenteuerlicher sein werden. Mit Bus fahren uns so. Und dass es lustig wird.

Tja, was soll ich sagen.

Bus fahren ist nicht so toll, wie ich gedacht habe. Und lustig schon gar nicht. Weil sie sich einfach an nichts halten. Zeiten werden nicht eingehalten. Und nachdem man ewig und drei Minuten wartet, und endlich einsteigen möchte, sagt der Busfahrer, dass man bei ihm keine Karten kaufen kann, Man muss sie in der Trafik kaufen. Die irgendwo im Ort ist.  Angeschrieben steht das natürlich nirgends. Ist ja auch überhaupt kein touristischer Ort. Diese Amalfiküste.

Aggressionen steigen in mir auf. Ich spüre, wie mein Ohr langsam zu glühen beginnt. Und ich am liebsten meinen Schirm in hohem Bogen von mir weg schmeißen möchte. Eventuell auch, dass ich Menschen damit treffe.

Aber wir haben uns zusammen gerissen und uns Fahrkarten gekauft. Und uns wieder an die behinderte Stelle gestellt und gewartet. Wieder. Um endlich mit dem blöden Bus runter nach Amalfi und dort dann mit der Fähre nach Positano weiter zu fahren. Um noch einen schönen letzten Tag zu verbringen. Was es dann auch war, nachdem diese endlos erscheinende Anreise endlich vorbei war.

Wir   genossen akzeptierten das kalte Wetter, kauften teure Souvenirs und machten uns eine schöne Zeit in Positano bei guten Essen und Trinken, bevor es am nächsten Tag zurück nach Neapel ging, um die Heimreise anzutreten.
Am Weg dorthin blieben wir noch ein letztes Mal in Sorrent stehen, um natürlich etwas zu essen und noch letzte Souvenirs zu kaufen. Nachdem wir aber nichts Ansprechendes gefunden haben, weil wir ja schwierige Menschen sind, also ich eigentlich, fanden wir erst am Flughafen passende Mitbringsel. Waren zwar teuer, aber was kostet schon die Welt.

Viel, genau.

Trotzalledem hat sich Frieda ein weiteres Mal in die Italien verliebt. Und hat sich mit der neuen Limoncelloliebe ein kleines Stück Bella Italia mit nach Hause geholt.

Ti amo, Italia. Auch du, Neapel.

Steinpilzrisotto.

Mein Gott, wie sehr liebe ich Steinpilze. Und in Form dieses Risottos ist es unfassbar gut. Ehrlich. Es gibt nichts Besseres. Und das Beste am Rande – es ist sogar komplett, durch und durch, vegan. 

Risotti – klingt komisch in der Mehrzahl – in jeglicher Art und Weise sind zu meinen Lieblingen geworden.  

Für dieses wunderbare Steinpilzrisotto braucht man auch gar nicht viele Zutaten, was es so einfach und schnell zu machen macht!

Man beginnt, wie so gut wie immer, mit den Zwiebeln. Und nachdem ich rote Zwiebeln einfach schöner und besser finde, verwenden wir diese. Also. ROTE Zwiebel in Olivenöl anrösten, RIsottoreis dazugeben und durchrösten. Dann mit ein bisserl Wasser aufgießen und langsam köcheln lassen. Salzen und Pfeffern, das schadet nie, und immer wieder ein Eitzerl (schaut geschrieben so komisch aus, meint aber genau das richtige) Wasser beigeben, dass der Reis langsam das Wasser aufsaugen kann. Die Frieda, die kennt sich schon gut aus mit Risotto machen, das mag sie.

Für das Walnusspesto werden Walnüsse mit Walnussöl, Salz und Pfeffer gemixt, sodass ein wunderschönes Pesto entsteht. Dieses Pesto ist DIE Grundlage für alles, was irgendwie eine Parmesannote benötigt. Das Umami des Risottos sozusagen.

Parallel dazu kümmern wir uns um die Steinpilze. Wenn es keine frischen Freunde gibt, kann man wirklich toll mit Kräuterseitlingen und getrockneten Steinpilzen arbeiten. Schmeckt ziemlich gleich ehrlich gesagt! Also, Steinpilze in Scheiben schneiden und mit – roten – Zwiebeln in Olivenöl anbraten. Ordentlich pfeffern und salzen und mit ganz viel Thymian würzen. Einen Löffel Walnusspesto dazu geben, damit eine schöne Creme entsteht. 

Zwei Drittel der Steinpilze werden unter das Risotto gemischt, das andere Drittel kommt später oben drauf. 

Jetzt fehlt nur noch das Petersilienpesto. Auch hier ganz schnell einfach einen Bund Petersilie, Olivenöl, Salz und Pfeffer mixen. Und fertig ist unser wahnsinnig gutes Steinpilzrisotto, wo man einfach nicht genug kriegen kann. Auch wenn Geschmäcker ja bekannterweise verschieden sind – da ned, nicht bei diesem Gericht. Frieda schwört.

 

Shakshuka.

Ich habe eine neue Liebe. Also eine neue Frühstücksliebe. Sie heißt Shakshuka und ist ganz tomatig. Und cremig, weil ein unglaublich gutes Hummus mit an Bord ist. Beides in Kombination ist unschlagbar. Ein perfektes Team – so wie die Milchfrau und der Schokoladenmann aus der Kinderschokoladenwerbung. Und einfach ist es auch noch dazu.

Zuallererst kümmern wir uns um die Tomatensauce. Eine rote Zwiebel in etwas Olivenöl anbraten, eine Flasche Tomatenpassata hinzufügen und köcheln lassen. Ein paar frische Tomaten beigeben und mit etwas Zimt, einer Prise Cumin, Salz und Pfeffer würzen. Cumin ist übrigens Kreuzkümmel, falls große Fragezeichen aufgetaucht sind. Normalerweise wird in diese Sauce dann auch noch ein – oder mehrere – Eier reingeschlagen, um ein – oder mehrere – Spiegeleier zu erzeugen. Nur mag das Frieda nicht, deshalb lässt sie sie weg.

Für das weltbeste Hummus nehme man eine Dose Kichererbsen, wieder mal eine gute Prise des neu gelernten Fremdwortes Cumin, Salz, Pfeffer, einem guten Schuss Mandelöl (das ist übrigens die Geheimzutat, was ich mittlerweile entdeckt habe und nie wieder anders machen möchte), und einem Esslöffel Tahin. Sesammus um genau zu sein. Alles gut durchmixen (je leistungsstarker der Mixer ist, desto cremiger wird es am Ende) und nach und nach Wasser beimengen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Parallel dazu, aber eigentlich als erster Schritt (mein Hirn, mühsam) schneidet man eine Paprika der Länge nach auf und gibt diese mit etwas Olivenöl und Salz ins Backrohr. Also in einer Form natürlich, und lässt alles bei 200 Grad ordentlich vor sich hin braten. Bis der Paprika Farbe bekommt und schön weich wird.

Zu guter Letzt wird angerichtet. Zuerst eine gute Portion Shakshuka, darauf ein bisschen Hummus, etwas vermischen, darauf angebratene Kichererbsen und den im Ofen gegarten Paprika. Mit Petersilie garnieren und einfach nur einen Ausflug nach Israel machen.

London.

London calling. Die Beatles, Punks und die Queen. Das Royale und Moderne, unterschiedlicher und konträrer kann eine Stadt wohl nicht sein. Und genau so ist es. London ist meine Stadt, die niemals schläft. Die Stadt, in der es so viel zu entdecken gibt, dass die Zeit, egal wie lang sie ist, niemals ausreicht. Die Stadt, die vor Leben nur so strotzt. Die Stadt, die kulinarisch so viel mehr zu bieten hat als Baked Beans. Die Stadt, die mein Herz gefangen hat.

London.

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Schwarzer Heilbutt. Pesto.

Frieda ist wieder daaaaa. Aber nicht schon wieder auf Reisen, wie es irgendwie wirkt, sondern in der Küche. Auf einer kulinarischen Reise sozusagen. Und zwar auf einer ganz besonderen.

Dieses Gericht ist so unfassbar gut, dass wir es ein paar Tage danach gleich nochmal gekocht haben. Und gar nicht so schwer und aufwendig, obwohl es optisch wirklich gut gelungen ist. Und geschmacklich vor allem. Also, geh ma kochen.

An und für sich besteht das Gericht aus einem einfachen Erdäpfelpüree mit einem Pesto, einem guten Fisch und einer Art Mayonnaise. Mayonnaise? Whaaat? Warum des?

Weil diese blöde Mayonnaise einfach der Wahnsinn ist.

Wirklich. Man muss sie mal probiert haben, um zu urteilen. Ich bin überhaupt kein Mayonnaise-Fan, aber selbstgemacht und auf diese spezielle Art und Weise verfeinert haut sie einen regelrecht von den Socken.

So. Püree. Erdäpfel in der Schale – oder schon ohne – kochen. Während die kleinen Schätze köcheln, kann man schon mal das Pesto machen. Basilikum mit Olivenöl, Salz und Pfeffer mixen. Da wir ein recht dünnes Pesto wollen, gebe ich keinen Parmesan und auch keine Pinienkerne dazu. Braucht man nicht. Weiter gehts mit der Mayo. Furchtbares Wort irgendwie. Mayonnaise. Man nehme einen Eidotter und rührt mit einem Schneebesen und ständigem Schlagen Haselnussöl ein. Man merkt, wie die Geschichte langsam emulgiert und dicker wird. Salzen und pfeffern und am Schluss etwas vom Pesto untermengen. Fertig.

Mittlerweile kann man sich auch schon um den Fisch kümmern. Am besten wird er, wenn man ihn dämpft. Findet Frieda. Und hat sich deshalb so einen asiatischen Bambusdämpfer gekauft, der schon für viele Fischdämpfungen herangezogen wurde. Wenn die Erdäpfel gar sind, schälen (natürlich nur, wenn man sie in der Schale gekocht hat), zerstampfen, salzen, pfeffern und muskatieren mit Muskat würzen und eeeeventuell mit ein bissl Wasser strecken, damit es cremiger wird.

Und so kann man herrlich auf Butter und Milch in einem Püree verzichten. Man schmeckt keinen Unterschied. Sagt Frieda. Und ich find das übrigens auch.

Zu guter Letzt wird angerichtet. Lieblingsbeschäftigung. Zuerst wird das Püree mittig platziert, danach das Pesto rundherum angerichtet, der nur mit Salz, Pfeffer und Thymian gewürzte Fisch oben drauf drapiert und ganz am Schluss ein paar – entschuldigt bitte das Wort – Kleckse von der Mayo (es wird nicht besser) darauf verteilen. Ein paar Kräuter zum Schluss und fertig ist eines der besten Essen, dass ich jemals gegessen habe. Eigentlich so einfach, aber so verdammt gut.

Viel Spaß beim Nachkochen.

Eure,

New York City.

Frieda ist da. Frieda ist endlich in der Stadt, in die sie immer wollte. Schon immer. Ewig. Und jetzt ist endlich der Moment gekommen, in der Stadt, die niemals schläft, unter Millionen anderer Menschen, doch zu schlafen.

Weil Schlafen einfach toll ist.

So wie viele andere Dinge, die New York ausmacht. Und das ist einiges. Frieda freut sich, endlich diese faszinierende, sagenumwobene Stadt zu erkunden. Und ein Teil von ihr zu werden. Continue reading „New York City.“

Risotto con Zucca.

Endlich ist Frieda wieder da. Endlich. Und zwar, um ein wunderschönes Rezept für ein unglaublich cremiges Risotto zu schreiben. Was auch noch dazu vegan ist. Und gesund. Aber vor allem eines.

Unglaublich gut.

Ganz wichtig bei der Auswahl der einzelnen Zutaten ist, den richtigen Kürbis auszuwählen. Hokkaido eignet sich meiner Meinung nach prinzipiell für alles, was man gerne mit Kürbis machen möchte. Also kann man eigentlich sagen, dass wir den am liebsten haben. Also Frieda und ich. Weil Hokkaido einfach nur toll sind.

Und weil man sie mit der Schale kochen kann. Ein Wunderwerk der Natur. 

Ein kleiner Kürbis reicht für zwei Personen absolut aus. Halbieren, die Kerne ausschaben und die eine Hälfte in kleinere Stücke schneiden und kochen. Die andere Hälfte wird in Scheiben geschnitten und mit ein bisserl Olivenöl, Salz und Pfeffer im Backrohr gebraten. Währenddessen kochen wir ein gutes Getreide in einem anderen Topf. Ganz egal was. Dinkelreis, Buchweizen oder auch Hafer.

Wenn der Kürbis weichgekocht ist, das Wasser abseihen und mit Salbei, Salz und Pfeffer pürieren und unter das ebenfalls fertig gekochte Getreide mischen. Natürlich nochmal nachwürzen. Salz. Wir brauchen Salz,

Am Ende alles schön drapieren, mit Kürbisspalten und ein paar Blätter von der roten Rübe sowie ein paar Sprossen garnieren und einfach glücklich sein, keinen Parmesan zu brauchen.

Mahlzeit,

Rote Rübe. Nudeln. Schafkäse.

Lange lange wollte Frieda schon solche Nudeln ausprobieren. Fertig gekaufte, bereits gefärbte, Spaghetti verlieren ganz oft die Farbe beim Kochen. Auch selbstgemachte Ravioli mit roter Rübe hat einfach nicht so funktioniert. Wer will schon so ein babyrosa Essen essen? Frieda nicht. Deshalb musste eine andere Idee her.

Nach viel Recherche und im Endeffekt Ausprobieren hat es endlich funktioniert. Die pinkeste Pasta der Welt ist entstanden. Und Frieda freut sich. Weils auch noch gut schmeckt.

Alles, was man dazu braucht, sind ein paar rote Rüben. Und ein paar andere Sachen natürlich. Aber die Hauptzutat ist die rote Rübe. Meine besondere Freundin zur Zeit. Ich liebe sie. Diese Farbe. Herrlich. Zuerst mal im Ofen schön rösten, ruhig in der Schale, dann kann sie besser schmoren. Wenn sie fertig ist, schälen und mit ein paar Nüssen, Olivenöl, Knoblauch, Salz, Pfeffer und ein bisschen Chili zu einem Pesto verarbeiten. Für dieses Gericht hat Frieda diesmal sogar Spaghetti aus Sommerdinkel verwendet, die wirklich sehr gut waren. Und die Farbe wird sowieso von der roten Rübe überdeckt. Alles wird pink. Einfach alles. Hände, Gschirrhangerln, Menschen, Böden. Alles. Also aufpassen, wenn man das nicht so gern hat.

Die Blätter der roten Rüben ja nicht wegschmeißen. Also wenn man welche mit Strunk kauft. Die verwenden wir nämlich auch. Bisschen schneiden und in Olivenöl mit ein bisschen Jungzwiebel anrösten, Pesto mit in die Pfanne geben und die gekochten Nudeln darin schwenken, bis alle schön bedeckt sind. Mit Schafkäse und Parmesan anrichten.

So gut.

Mahlzeit!