London.

London calling. Die Beatles, Punks und die Queen. Das Royale und Moderne, unterschiedlicher und konträrer kann eine Stadt wohl nicht sein. Und genau so ist es. London ist meine Stadt, die niemals schläft. Die Stadt, in der es so viel zu entdecken gibt, dass die Zeit, egal wie lang sie ist, niemals ausreicht. Die Stadt, die vor Leben nur so strotzt. Die Stadt, die kulinarisch so viel mehr zu bieten hat als Baked Beans. Die Stadt, die mein Herz gefangen hat.

London.

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Florenz. Il fiore della Toscana.

Italien. Was für ein unglaublich vielseitiges Land du doch bist. Frieda war gerade in Rom. Und war begeistert. Doch jetzt geht es weiter in die Toskana, in die Hauptstadt dieser wunderschönen Gegend. Nach Florenz.

Florenz ist einfach schön. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich eine neue Lieblingsstadt so schnell erkoren würde. Und tada. Es ist passiert. Diese Häuser, die engen Gassen. Und dieses wunderbare Flair, was bei jedem Schritt durch diese mittelalterliche Stadt mit den kleinen Geschäften und verschiedenen Restaurants ausgestrahlt wird. Ich bin verliebt.

Wenn du weiterlesen magst, bitte hier klicken. Frieda hat nämlich wieder so viel geschrieben.

Rom. Zwischen Vino rosso und Fiori di Zucca.

Rom. Die Stadt am Tiber. Wie sie leibt und lebt. Endlich sind wir da. Wie lange hab ich mich schon darauf gefreut.

Lange.

Gut, war eigentlich eine rhetorische Frage. Na, eigentlich gar keine Frage. Ein Fakt. Man hat einfach zu selten Urlaub. Eigentlich sollte das Leben aus Urlaub und ein bisschen Arbeiten bestehen. Nicht umgekehrt. Aber was soll man machen. Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Schade eigentlich.

Wenn du weiterlesen magst, bitte hier klicken. Frieda hat nämlich wieder so viel geschrieben.

Paris, je t’aime.

Paris. Enfin nous sommes ici. In der Stadt der Liebe. Wie lange wollte ich schon nach Paris.

Ewig.

Und endlich ist der Moment gekommen. Und das noch über Silvester. Aufgeregt wie eine Schneekönigin mal ich mir im Kopf bereits aus, was ich alles sehen muss. Wo ich überall hin muss. Und was ich alles erleben muss. Also möchte natürlich. Klingt sonst so streng. Und das ist ziemlich viel.

Am Samstag am frühen Abend ging unser Flug. Hab ich mir extra so schön ausgesucht, dass man dann auch nicht zu spät ins Hotel kommt. Tja. Hab wieder mal was nicht beachtet. Der Flughafen ist ca. 3000 Stunden vom Stadtkern entfernt. Und hinkommen tut man mit einem Zug. Okay. Zug ist nicht so schlecht, besser als ein teures Taxi zu nehmen. Oder über fünf Ecken mit zehn Mal Umsteigen in die Stadt zu kommen. Aber dieser Zug, ich weiß nicht. Nicht so schön war der. Und auch der Flughafen selbst war eher bescheiden. Liegt vielleicht auch an den Massen an Soldaten mit ihren Maschinengewehren. Man weiß es nicht.

Auf jeden Fall haben wir mit dem Gondelzug verhältnismäßig sehr lang nach Paris gebraucht. Und haben uns dann auch noch im Métrowirrwarr von Paris zurecht finden müssen. Anekdote am Rande – wir waren so glücklich, eine riesengroße Station in der Nähe zu haben, République. Nur, dass dieser Place de Republique, wie er so schön heißt, natürlich ein runder Platz ist, wo man sich eher nicht so gut zurecht findet, wenn man das erste Mal darauf steht, haben wir nicht bedacht. Aus diesem Grund hatten wir auch einige Anfangsschwierigkeiten, den richtigen Weg ins Hotel zu finden. Und das in der Nacht.

Aber es hat vierzehn Grad gehabt. Ein Tag vor Jahresende. Wahnsinn. Wie im Frühling.

Nach gefühlten Stunden des Suchens haben wir endlich unser kleines, süßes Hotel gefunden. Jaques de Moláy. Ein kleines Boutiquehotel inmitten des dritten Arrondissements von Paris, Temple. Ganz viele Cafés und Restaurants, eine Frommagerie, Blumengeschäfte und andere kleine Geschäfte sind in unserer Gegend zu finden. Zum Glück. Hatte ja schon wenig Hoffnung nach dem anfänglichen  Verlaufen guten Zurechtfinden. Ins Bett sackend freuen wir uns auf den morgigen Tag. Morgen geht’s endlich los. Morgen erkunden wir Paris.

Bonjour á Paris. Ausgeschlafen, obwohl etwas verwirrt, wie spät in Paris die Sonne aufgeht, machen wir uns nach einem kleinen Frühstück auf, die Stadt der Liebe auf uns wirken zu lassen. Wir wandern durch unser Quartier bis runter zur Seine, vorbei an alten, historischen Häusern mit kleinen Parfümerien. Dann stehen wir vor der Seine und der Brücke zur Île-de-la-Cité. Notre Dame, wir kommen.

Und ich bin traurig, weil so viele andere Menschen immer die selben Ideen haben wie wir. Und da haben wir uns extra relativ früh auf den Weg gemacht. Und was ist? Notre Dame steht wunderschön vor uns, aber auch Millionen von nervigen Menschen mit ihren Selfiesticks. Am liebsten würd ich allen die Handys vom Selfiestick stehlen. Muss ich mich richtig zusammenreißen.

Mit guten Zureden, jedoch in meinem Grant über Selfiesticks und Touristen suhlend, hab ich mich überreden lassen, die berühmte gotische Kirche zu umkreisen, um vielleicht andere Blickwinkel zu sehen. Und Tada. Es war eine hervorragende Idee, weil seitlich und hinter der Kirche fast keine Menschen waren. Und von weiter weg auch nicht. Wo man sogar noch einen besseren Blick erhaschen kann. War dann doch wieder glücklich und versöhnt. Nur eine Sache haben wir leider nicht machen können. Die Türme. Die Türme von Notre Dame erklimmen, um einen UNGLAUBLICH coolen Blick auf die Stadt zu haben. Und um Quasimodo zu sehen, der sicher irgendwo auf den Dächern von Notre Dame herumhüpft (haben wir leider nicht gesehen, obwohl verdächtig viele Menschen große Ähnlichkeit hatten). Und die berühmten Wasserspeier. Aber diese waaaaaahnsinnig lange Schlange, die vor der Kirche schon wahrscheinlich ewig gewartet hat, war das leider nicht wert, Und Tickets hätte es sowieso nicht mehr gegeben.

Tausend Fotos später haben wir uns endlich losreißen können. Wir wollten ja noch zum Eiffelturm. Und da so schönes Wetter war, haben wir uns gedacht, dass ein kleiner Spaziergang nicht schaden würde. So sind wir entlang der Seine entlang spaziert, sind bei der Pont Neuf mit ihren vielen Liebesschlössern vorbei gekommen und haben verträumte Seineufer gesehen. Der Eiffelturm war im Endeffekt schon wirklich sehr weit weg. Er hat zwar immer so nah gewirkt, aber ich glaub, jemand hat ihn immer weiter weggestellt. Diese Franzosen. Da ist sicher eine Art optischer Täuschung am Werk gewesen.

Aber dann war er auf einmal da. Der Eiffelturm. In seiner vollen Pracht.

Und mit Baustellen. Rundherum. Überall. Eieiei. Irgendwie wie immer. Die meisten malerischen Fleckchen oder Wahrzeichen sind meist in der Realität mit Baustellen übersät. Aber nichtsdestotrotz, wir finden ein Platzerl, wo wir einen schönen Blick erhaschen können. War zwar ein bisserl schwierig, und vor allem gatschig, dorthin zu kommen, aber es hat sich gelohnt. Viele, viele Fotos und Gatschschuhe später, haben wir uns durchs offenbar chinesische Viertel geschummelt, um eine Kleinigkeit essen zu gehen. Da wir nicht zu lange suchen wollten, wurde es auch, muss ich gestehen, das erstbeste Café. Und der Appetit ist uns dann auch gleich vergangen, als wir die Preise in der Karte gesehen haben.

Sind’s halt nur Drinks geworden. Egal, war eh schon nach Mittag.

Beschwipst Gestärkt machten wir uns nun auf ins berühmte Louvre. Natürlich nur, um die Mona Lisa zu sehen. Ist gar nicht leicht, dieses winzige Bild zu finden. Waren nämlich zuerst wieder im falschen Flügel und haben uns Skulpturen anschauen müssen. Herrlich, genau meins. Im richtigen Flügel angekommen, wars dann jedoch sehr einfach, sie zu finden. Weil alle anderen ja auch nur dieses eine Bild sehen wollten. Es waren sogar so kleine Wegweiser mit dem Abbild von Mona Lisa ca. jeden Meter mit Pfeilen aufgestellt. Irgendwie peinlich. Aber sehen wollt ich sie ja auch.

Und dann waren wir endlich da. Ein riesiger Raum, auch mit anderen Gemälden an den Wänden. Im hinteren Drittel des Raumes war sie, die Mona. Winzig. Und davor alle Menschen, die sich im Louvre befunden haben zu dem Zeitpunkt. Wahnsinn. Genau so hab ich mir das aber auch vorgestellt. Highlight des Tages. Geil.

Mit der Erkenntnis, dass ich mit Kunst nichts anfangen kann, haben wir uns auf den Weg ins Hotel gemacht. Und, um diesmal wirklich etwas essen zu gehen. Silvester in Paris ist offensichtlich nicht so etwas Aufregendes. Es gibt nämlich kein Feuerwerk.

Kein Feuerwerk.

Mist. Hab ich erst nach dem Buchen irgendwie gelesen. Silvesterfail. Aber am Champs-Élysées hat’s anscheinend einen Silvesterpfad mit Lichtershow am Arc de Triomphe gegeben. Sind uns aber zu viele Menschen. Ich erinnere an Notre Dame. Mag Menschen nicht so. Manche schon, aber nicht so viele auf einmal. Deshalb wurde es diesmal ein ruhiger Jahreswechsel. Immerhin mit Champagner aus der Minibar. Prosit Neujahr, Geldbörserl. Ich bin schon gespannt, wieviel du grauslicher Champagner kosten wirst. Wir sind gespannt. Und lassen einen neuen Tag beginnen.

Der nächste Tag bricht an. Und wir bemerken, dass das neue Jahr vor allem eines in Hülle und Fülle mit sich bringt.

Regen.

Herrlich. Mein Lieblingswetter. Und gerade heute wollten wir ins schöne Montmartre, um in den Straßen zu flanieren und den kleinen Cafés einen Besuch abstatten. Und natürlich die wunderschöne Sacre Cœur zu sehen. Aber wird schon gehen bei dem bissl Regen.

Es schüttet. Natürlich. Genau dann, als wir aus der Métro aussteigen. Weggegangen bei Tröpfeln, angekommen bei Schüttregen. Wie tausend anderer Touristen, dem Regen trotzend, mit ihren Regenschirmen bewaffnet und den chinesischen Regenmänteln aus den Souvenirgeschäften anhabend bannen wir uns einen Weg hinauf zur Kirche. Gut, wir sind mit der Funiculaire gefahren. Aber nur, weil’s in unserem Ticket sowieso beinhaltet war. Nicht weil wir faul sind. Nein. Ganz bestimmt nicht.

Oben angekommen waren wir ganz hin und weg. So ein schöner Ausblick über Paris. Wahnsinn.

So hätte es sein können, hätte es nicht geregnet. Aber dank dem Regenwölkchen, was uns heute einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, trifft dieser Satz leider nicht zu. Es war nämlich alles einfach nur grau. Hat auch was. So düster. Aber dafür war die Sacre Cœur schön, auch im Regen. Kerzerl drin angezündet und schnell wieder weg. Zu viele Menschen auf zu engem Raum. Nix gut.

Eine Käseplatte, eine Zwiebelsuppe und Rotwein später machen wir uns auf den Heimweg, um dem Regen ein bisschen zu entfliehen und auf den Abend zu warten, der hoffentlich regenfrei ist. Wollen ja Paris nochmal von oben sehen. Aber so, dass man auch was sieht. Gscheit hoit. Und es hat funktioniert. Tour Montparnasse, 56.Stockwerk. Dachterrasse. Ein sehr empfehlenswerter Aussichtspunkt, wenn man Paris, und vor allem den wunderschön beleuchteten Eiffelturm, von oben sehen möchte. Highlight des Tages. Trotz Orkan, der über uns hergefallen ist. Aber zum Glück war alles mit Glas geschützt. Hat mich mit dem Wetter wieder versöhnt. Der Ausblick macht alles wieder gut. Très bien, belle Paris.

Den Abschluss unserer To-Do-Liste bildet der Arc de Triomphe und die Prachtstraße Champs-Élysées. Haben wir bis jetzt gemieden, weil permanent irgendwas dort war. Silvester – Silvesterpfad. Neujahr – Neujahrsparade. Aber jetzt. Jetzt ist nix Besonderes mehr und unsere Zeit ist gekommen. Ein schnelles Foto beim Überqueren des lebensgefährlichen Zebrastreifens und wir habens auch erledigt. Nervig, diese vielen Menschen. Die bleiben einfach mitten auf der tausendspurigen Fahrbahn stehen und machen mit ihren SELFIESTICKS Fotos… Mei mei mei. Und das bei rot eigentlich! Kopfschüttelnd, aber zufrieden, schlendern wir über die Champs-Élysées Richtung Métro und lassen unseren letzten Abend in einem kleinen Café bei einem Gin Vodka? Tonic ausklingen.

Der letzte Morgen in Paris erfüllt mein letztes kulinarisches Gustostückerl, bevor wir uns auf den langen Weg zurück zum Flughafen machen müssen.

Ein Petit Déjeuner francais, juste un café et un peu  de beurre Croissant.  Mehr Kalorien braucht man nicht.

Merci boucoup, au revoir et á bientôt!

Eure

 

 

 

 

Amsterdam. Oder auch Lieblingsstadt genannt.

Frieda hat es in die Ferne verschlagen. Schon wieder. Und zwar in die schönste Stadt der Welt. Nach Wien natürlich.

Amsterdam. Die Stadt mit den vielen Grachten. Die Stadt mit den schönsten Häusern und Fassaden. Und ja, die Stadt mit den speziellen Schaufenstern. Und den sehr berühmten Coffeeshops, wo man ja bekanntlich gar keinen Kaffee bekommt.

Aber die Stadt in Nordosten Hollands der Niederlande hat so viel mehr zu bieten. Und wird oft aber nur darauf beschränkt.

Da wir nun bereits das zweite Mal in Amsterdam waren und bereits das ganze Touristenquirgsiquargsi abgearbeitet haben – was allerdings sehr cool ist – haben wir diesmal ein sehr entspanntes Wochenende vor uns, wo wir mehr als gerne diese wunderschöne Stadt von ganz anderen Seiten kennen lernen möchten.

Und diesmal sogar ganz ohne  Schülergruppen. Frieda ist baff.

Jeder gute Städtetrip beginnt mit einem coolen Apartment. Private Apartments bringen dieses gewisse Etwas mit. Dieses Flair. Als ob man da wohnt. Und dieses war diesmal ganz besonders cool.

Direkt an einer Gracht gelegen, in einem wunderschönen, typisch amsterdamerschen (?) Haus, haben wir eine Art Maisonette bezogen. Geht diesmal nur nicht rauf, sondern runter. Das Schlafzimmer befindet sich nämlich im Halbkeller, sodass man sich wie auf einem Hausboot fühlt. Wär ja mal mein absoluter Traum. Ein Hausboot. In Amsterdam. (Anmerkung: Träume können jedoch platzen, wenn man sich Immobilienpreise anschaut. Grrr.) Gefunden bei booking.com und mehr als beliebt, bei Menschen aus allen Herrenländern. Frieda findet: sehr empfehlenswert – B&B Amstel Apartment.

Überglücklich, wieder mal ein so ein schönes Apartment gefunden zu haben, machen wir uns auf, entlang der Grachten zu flanieren, um ein schönes Lokal zum Essen zu finden. Hat nicht allzu lang gedauert. Ungefähr jedes Lokal ist süß in Amsterdam. Jedes. Egal ob Café oder Restaurant, ja sogar ein Coffeeshop. Alle sind sie süß. Weil sie so klein sind. Und sehr wenige Plätze haben. Aber zum Glück sind wir nur zu zweit.

Es wurde das De Staalmeesters. Direkt am Wasser, wie so viele Lokale in  Amsterdam. Klein, aber fein. Eigentlich wollten wir nur etwas trinken und uns auf unsere Herzensstadt einstimmen. ,Aber dann haben wir natürlich doch etwas gegessen. Wir müssen immer etwas essen. Da uns die Größe der Lokale und die Anzahl der darin und davor sitzenden Menschen bewusst war, wollten wir unser Glück, noch woanders einen Sitzplatz zu ergattern, nicht unter Beweis stellen. Im Endeffekt waren wir sehr zufrieden mit unserer Essenswahl. Waren eh nur Snacks. Snacks, die so groß wie normale Gerichte waren. Resümee: perfekt. Unbedingt einen Besuch wert. Sehr nette Kellner und sehr sehr gute Snacks. Gerichte. Mahlzeiten. Wie auch immer.

Da wir, aus welchem Grund auch immer, unsere wärmere Bekleidung zuhause vergessen haben (ich rolle theatralisch mit den Augen, mich ärgernd über so viel Blödheit) und es zu dieser Zeit doch noch frisch ist und man selbst eine kleine Brise oft etwas windiger empfindet als Menschen, die sich im Wechsel befinden, haben wir uns wieder auf den Heimweg gemacht. Globetrottel nenn ich das mal. Naja.

Der nächste Tag in Amsterdam hat sich als sehr kulturell gestaltet. Teilweise. Also wir waren in einer Ausstellung. Einer ganz besonderen. Wo wir schon in Wien hingehen wollten, aber vergessen haben. Der World Press Photo Exhibition. In einer Kirche. Sehr beeindruckend. Sehr viele Emotionen. Einen Besuch wert. Und außerdem hat man noch die Kirche gesehen. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen.

So, Kulturprogramm fertig. Durstig wie immer, haben wir uns auf die Suche nach einem netten Café gemacht. Und eines direkt am Wasser gefunden. Zwei Bier und ein unglaublich gutes Thunfischsandwich später, flanieren wir wieder durch die Straßen und Grachten, saugen dieses besondere Lebensgefühl auf, was diese Stadt ausmacht. Lassen uns auch fast von Fahrrädern umfahren. Aber das gehört in Amsterdam dazu. Ein Rad folgt dem nächsten. Diese Stadt hat mich einfach eingefangen. Und dieses kitschige Bild von Blumenkisten, Brückengeländern, Fahrrädern und schiefen Häusern, untermalt von der süßesten Sprache der Welt, macht es nicht besser. Irgendwann hab ich da mal eine Wohnung. Oder ein Hausboot. Irgendwann.

Als wir so unseres Weges schlenderten, kamen wir an einem sehr kleinen, aber sehr authentisch wirkenden Italiener vorbei. Also einem Restaurant. Nicht einem italienischen Mann. Und sind reingegangen. Richtig, es war mal wieder Essenszeit.

Diese Meeresfrüchtespaghetti. Wahnsinn. Wie hat sowas so lange an mir vorbei gehen können? Warum hab ich das nicht schon früher gegessen? Ich könnt mich reinlegen. Ich hab mich diesmal aber für meine andere  Liebe entschieden. Trüffel. Ich liebe Trüffel. Trüffel geht immer bei mir. Trüffel, Trüffel, Trüffel. Ravioli mit Schwammerl und Trüffel. Sehr sehr gut. Und der Limoncello war auch nicht schlecht. Das Lokal hat Ponte Arcari geheißen und ist unbedingt einen Besuch wert. Achtung nur beim Luli gehen. Die Klos sind im Untergeschoss, wo man über SEHR steile Stiegen gehen muss. Also so richtig steil. So wie auf einem Boot steil. War ein Abenteuer. Ahja. Noch was. Als wir Richtung Ausstellung gegangen sind, waren wir zufällig auch beim schwimmenden Blumenmarkt. Ist wirklich sehr touristisch überlaufen, hat aber teilweise ganz nette Souvenirs. UND KÄSEGESCHÄFTE. Wohin das Auge reicht. In allen Geschmacksrichtungen. Auch mit Trüffel. Ein Traum. Ein Trüffeltraum sozusagen.

Nach so vielen TrüffelEindrücken ist auch schon wieder der letzte Tag in Amsterdam angebrochen. Leider. Und dass noch ein bisschen Touristenfeeling aufkommt, machen wir uns auf den Weg zum Rijksmuseum. Aber natürlich nicht wegen der Kunst. So sind wir dann auch wieder nicht. Nein. Natürlich wegen den Lettern. IAMSTERDAM. Frieda mag das dort. Aber die vielen anderen Menschen hätten nicht sein müssen. Wie immer und überall. Wir nehmen uns also vor, beim nächsten Besuch nächstes Jahr dann ganz früh herzukommen. Um alleine drauf zu sein. Ha.

Durch Zufall haben wir noch eine Möglichkeit gefunden, uns kulturell weiterzuentwickeln. Wir waren bei Banksy. Viele fragen sich wahrscheinlich, wer des jetzt scho wieder is. So wie ich auch. Schande. Ist nämlich ein ganz toller Street Art Künstler. Und zufällig war eben eine Ausstellung von ihm in Amsterdam. Haben als Andenken das nun dritte Stoffsackerl gekauft. Drei Sackerl in drei Tagen. Kein schlechter Schnitt.

Nachdem wir irrtümlich in ein Bocciaturnier geraten (anscheinend gibt es  sowas wirklich) und wir dank dieses Traumas leider irgendwo falsch abgebogen sind, hat uns unser Weg dann nicht in den gewünschten Vondelpark geführt, sondern wieder zurück Richtung Grachten. Die Gegend mag ich sowieso lieber. Weil so süß. Ein letzter Spaziergang am Wasser. Und Pläne für Amsterdam 3.0 schmieden. Davor noch ein letztes niederländisches Bier zu einem weiteren, sehr sehr guten Thunfischsandwich. Als ob wir nur das essen. Aber es schmeckt immer wieder. Und immer wieder anders. So wie Amsterdam. Bei jedem Besuch bekommt man die Stadt anders serviert. Amsterdam ist also sozusagen ein Thunfischsandwich. Und zwar ein sehr gutes.

Dank ju wel, Amsterdam. Meine zweite Lieblingsstadt. It was a pleasure. Oder wie es die Niederländer sagen – het was leuk om me.

Barcelona. Auf den Spuren von Gaudí.

Nach viel Regen in Lissabon sind wir nun endlich in der Sommerstadt schlechthin angekommen. Barcelona. Das katalanische Herz von Spanien. Das aber anscheinend gar nicht so gern Spanisch spricht. Sondern eben katalanisch. Mist. Wieder nix mit meinem Spanisch. Aber unser Vermieter (oder wer Alex auch immer ist – er hat uns auf jeden Fall unsere Bleibe für die nächsten Tage gezeigt und uns Geld abgeknöpft, also vertraue ich dem gebürtigen Italiener) hat uns versichert, dass wir nicht extra Katalanisch lernen müssen. Okay. Reiseführer hat wieder mal Blödsinn gesagt.

Unser Apartment liegt im letzten Stockwerk, im Átic. Zum Glück mit Aufzug. Wenn kein Aufzug gewesen wäre, hätt ich im Foyer geschlafen. Zu viele Stockwerke, um Koffer über Stiegen zu tragen. Zu viele.

Wir bessern also noch ein bisschen unser Spanisch auf und machen uns auf, um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Haben nämlich beschlossen, den ersten Abend mal ganz entspannt auf unserer Terrasse zu verbringen. Mit Tapas und Vino. Als wir so um die Ecke schlenderten, war sie auf einmal da. Die Sagrada Família. Wir wohnen nämlich direkt bei der unglaublich imposanten Kirche Gaudís, die an und für sich ja dafür bekannt ist, immer eine Baustelle zu sein. Ist auch so. Mit Gerüst, und Kränen, und tausenden Menschen davor. Aber dank guter Belichtung sieht man das alles fast nicht. Lange lebe die Fotografie.

Sonntag. Erster richtiger Tag in Barcelona. Sonne. Die Frisur sitzt. Voller Vorfreude machen wir uns auf in den Park Güell. Der sagenumworbene Park Güell. Die Märchenlandschaft, die Gaudí damals im Jahre Schnee erschaffen hat.

Zu Fuß. Zu Fuß den Berg hinauf.

Am Weg dorthin hab ich zum ersten Mal bemerkt, wie viele unterschiedliche Hunderassen in Barcelona leben. Also nicht nur Hunde allein. Mit Mensch natürlich. Jeder, der einen Hund hat, möchte sich anscheinend von den anderen Menschen mit Hund dadurch unterscheiden, dass er eine andere Rasse nimmt. Alles war auf dieser kleinen Wanderung dabei. Von klein bis groß, von wuschelig bis glatt. Als ob es ein Gesetz in Barcelona gibt, dass in einem Grätzl jede Hunderasse nur einmal vorkommen darf. Faszinierend, diese Barcelonesen.

Wärmere Temperaturen nicht mehr gewohnt, wirkte die Entfernung auf der Karte dann doch um einiges kürzer als in Echt. Aber es hat sich gelohnt.

Zumindest halb. Wir haben nämlich vorerst nur mal die wunderschöne Parkanlage bewundern dürfen, weil wir erst drei Stunden warten hätten müssen, um in den denkmalgeschützten Teil mit den berühmten, märchenhaften Werken Gaudís zu kommen. Und da wir nicht so lange warten wollten, haben wir den tollen Teil einfach auf den morgigen Tag verschoben. Warten liegt mir nicht so. Und so groß ist der Park jetzt nämlich auch nicht, um so lange dort zu warten. Aber ist ja auch kein Wunder, an einem Sonntag. Da ist halt auch in Barcelona ein bisschen mehr los als unter der Woche.

Hoffen wir.

Nachdem wir so viel gegangen sind, wollten wir uns mit Flanieren am Strand belohnen. Also auf nach Barceloneta. Oder auch: folge den Menschen mit Badesachen. Kurz vorm Ziel haben wir noch beschlossen, schnell was trinken zu gehen und zum Glück eine echt coole Bar gefunden – Maka Maka. Sehr stylisch, sehr guter Sangria und sehr gutes Hummus. Ja, ich weiß. Hummus ist nicht Spanisch. Aber dafür israelisch. Barcelona und Tel Aviv sind sich ja eh so ähnlich. Das passt schon. Gestärkt sind wir weiter gezogen und waren endlich da. Der Strand. Ein Stadtstrand, wie er im Buche steht.

Mit sehr, sehr, sehr, sehr, sehr vielen Menschen. Also ich meine SEHR vielen Menschen. So sardinenmäßig viele Menschen. Aber dann auch wieder irgendwie cool. Eine Mischung aus zu viel und cool. Überhaupt der Abschnitt beim W Hotel Barcelona ist gar nicht schlecht. Sehr hip irgendwie. So wie ich mir Miami oder eben auch Tel Aviv vorstelle. Je mehr man dann aber an Strandtuchverkäufern vorbeischlendert, die einem auch noch Sonnenbrillen und Michael Kors Taschen andrehen wollen, desto mehr verwandelt sich der coole Strand in einen nicht so tollen, seeeehr touristischen Strand. Nicht so meins. Deshalb haben wir uns mal wieder dafür entschieden, etwas Essen zu gehen. Das ist immer unser Notfallplan. Also rein ins nächste Lokal.

War aber nicht die beste Wahl. Massenabfertigung und ein gestresster Kellner, der noch schnell gefragt hat, wo wir her sind, damit er uns auf „Deutsch“ sagen kann, dass diese Karte „Essen“ ist. Hrmpf. Genau das mag ich gerne. Nächstes Mal sag ich, dass ich aus Amerika bin. Dann versucht wenigstens keiner, mit mir Deutsch zu reden.

Ein wenig desillusioniert von der Gastroszene haben wir uns weiterbewegt, entlang des Barceloneta, und sind kurzerhand schon wieder in ein Lokal eingekehrt, weil wir endlich eine Bar gefunden haben, die unseren anscheinend sehr hohen  Ansprüchen gerecht wird. Eine schöne Bar am Strand. Das Palmito. Haben dann kurzerhand den Abend mit einem Krug Sangria mit Blick aufs Wasser ausklingen lassen und Pläne für die noch verbleibenden Tage gemacht.

Montag in Barcelona. Heute heißts früh aufstehen, weil wir ja unbedingt nochmal in den Park Güell wollten. Ha. Aber diesmal gehen wir nicht, neeeeein, wir fahren mit der Metro. Gar nicht weit, nur 11 Minuten sagt mein iPhone. Alles geht sich gut aus, wir gehen zur Metro, warten. Und warten. Und warten.

STREIKEN DIE HEUTE!

Also sie streiken so halb. Genau in der Zeit, wo wir mit der Metro fahren wollten, fahrt diese in ganz langen Intervallen, sodass tausende Menschen bei einer Station auf die nächste U-Bahn warten. Grrrr. Zwei überfüllte U-Bahnen später, wo wir bei Gott nicht mehr reingekommen sind, sind wir letztendlich wieder zum Park Güell gegangen. Diesmal aber unter Zeitdruck, weil man mit unserem tollen Ticket nur innerhalb einer Zeitspanne von einer halben Stunden eintreten darf. Verschwitzt und fertig mit der Welt haben wir es dann zum Glück doch noch geschafft, rechtzeitig anzukommen. Und haben echt gedacht, dass in der Früh noch weniger Menschen dort sind.

Falsch gedacht.

Diesmal waren es nicht so viele Asiaten wie sonst immer, dafür Millionen an französischen Schülergruppen. Ungelogen. Ganz Frankreich hat diesmal Schulausflug gehabt. Und alle waren in Barcelona. Wahnsinn.

Einige Fotos und Impressionen später haben wir uns wieder mal auf den Weg in Richtung Altstadt gemacht. Diesmal wollten wir einige Märkte besichtigen. El Mercat de la Boquerìa zum Beispiel. Die wohl berühmteste Markthalle Barcelonas auf der mindestens genauso berühmten La Rambla. Der so poetisch in vielen Reiseführern als Prachtstraße zum Einkaufen und Flanieren dargestellten Shoppingmeile. Ist nix anderes als die Mariahilferstraße. Eigentlich.

Kurz nach Eintritt in die Markthalle haben wir dann leider die Lust verloren, weiter zu gehen. Zu viele Menschen. Zu viele Touristen. Zu viele französische Schülergruppen. Fast zertrampelt worden. Also weiter des Weges.

Nachdem wir die Kathedrale von Barcelona entdeckt haben (wo wir unbedingt nochmal hinkommen müssen, um das Dach der Kathedrale zu besteigen), sind wir im Viertel Barri Gòtic ENDLICH auf eine nette Tapas-Bar gestoßen. ENDLICH. ENDLICH. ENDLICH.

Ich war so glücklich, doch noch etwas authentisches, mit Flair, ohne deutsche Karten und mit nur Spanisch sprechenden Kellnerinnen zu finden. Und die Tapas waren herrlich. Genau so hab ich mir Barcelona vorgestellt. Wir haben uns also die halbe Karte rauf und runter bestellt. Patatas Bravas, Pimentos Pádron, Tortilla de Patatas, Jámon und so kleine Fischkroketten, wo ich mir den Namen nicht gemerkt hab. Haben sehr gut geschmeckt. Name egal.

Das ganze Grätzl rund um diese Tapas-Bar mit dem angrenzenden Viertel El Born war zum Verlieben. Ein nettes Geschäft nach dem anderen. Auf der einen Seite versuchen Künstler, ihre Werke zu verkaufen. Auf der anderen Seite singt ein Straßenmusiker. So schön ist es da. Das nächste Mal suchen wir uns da ein Apartment.

Endlich beim Arc de Triomf angekommen (schreibt man wirklich so) haben wir uns auf den Weg in den beliebten Parc de la Ciutadella gemacht.  Einem Ort der Erholung, auch für viele Barcelonesen. Jaaaa, sie heißen wirklich Barcelonesen. Klingt komisch, ich weiß. Wie eine Hunderasse.

Wiederum angekommen bei dem wunderschönen Brunnen, wurde ich fast von einer Gruppe fünfundzwanzig krimineller Kleinwüchsiger ins Wasser gestoßen, als ich mein obligatorisches Foto schießen wollte. Okay, hab mich vertan. Nach genauerem Hinhören habe ich bemerkt, dass es nur wieder eine dieser Schülergruppen war. Von wo? Richtig. Aus Frankreich. Mein Fehler.

Nach einiger Zeit haben wir uns wieder für den Heimweg entschieden. Eigentlich stand für heute Abend am Plan, eine schöne, spanische Paella zu essen. Aber dafür hätten wir wieder die immer noch streikende und somit blöde Metro nehmen müssen, um in die Stadt zu kommen. Wir verschieben es. Und hoffen, dass die nächsten Tage es gut mit uns meinen.

Dienstag in Barcelona. Wieder Sonne. So ungewohnt, aber wir mögen es. Frisur sitzt auch wieder. Wir machen uns auf den Weg, eine andere, nicht so bekannte Markthalle in unserer Umgebung zu erkunden, den Mercat de Concepio. Und sind am Weg dorthin ganz zufällig auf ein sehr nettes Café gestoßen.

Einen unglaublich starken Espresso, ein Tunfisch-Baguette und super WLAN später (Anmerkung am Rande – unser WLAN im Apartment geht seit dem zweiten Tag nicht mehr so richtig, weshalb wir uns über jeden Hotspot der Stadt mehr als nur freuen) haben wir die Markthalle gefunden. Und sie war echt schön. Haben wieder mal bemerkt, dass man am besten einfach nur ein bisschen herumgeht und die Gegend erkundet. Und sich abseits der Touristenmassen bewegt. Dann bekommt man oft die schönsten Flecken der Stadt zu sehen.

Nach einem kurzen Rundgang sind wir weiter in Richtung Montjuïc gefahren, dem Hausberg von Barcelona. Also einem davon. Zuerst fährt von der Metro eine Art Bergbahn bis zu einer Mittelstation, von wo aus man dann entweder zu Fuß weitergeht oder eine Seilbahn rauf zum Berg nimmt.

Wir haben uns natürlich für die Seilbahn entschieden. Eh klar. Faul wie wir sind. Haben ja außerdem nur Flip Flops an, da kann man nicht wandern.

Nach gar nicht so langem Warten waren wir auch schon dran und waren schon ein bisschen begeistert. Der Blick, den wir über Barcelona erhaschen konnten, ist fast unbeschreiblich. Obwohl. Städte von oben sind das ja eigentlich immer.

Oben angekommen sind wir wieder runter gewandert. Oben gibts halt auch nur eine Burg, wo man wiederum wieder Eintritt zahlen muss. Immer überall Eintritte. Eintritt da. Eintritt dort. Alle wollen immer für alles Geld haben. Für alles. Sogar am Strand rennen Leute mit Bier, Wasser und Cola herum, die nicht einmal kalt sind. Und wollen auch noch Geld dafür haben. Für so ein warmes Getränk. Sowas kauf ich mir ja nicht, sowas passiert mir, wenn ich mein Trinken zu lang mit mir herum trage. Aber mein Gott, es gibt immer Leute, die sowas dann kaufen. Eieiei.

Die zweite Seilbahnfahrt war noch cooler als die erste. War auch eine andere. Man hat nämlich einen viel schöneren Blick auf die Stadt gehabt, da wir Richtung Meer gefahren sind. Und eine tolle Unterhaltung hatten wir auch noch. Deutsche. Meine Lieblingsnachbarn. Noch dazu war einer davon ein Radiomoderator, der seiner Community unbedingt die Seilbahnfahrt über BarZelona nicht vorenthalten wollte. Wusste nicht, dass man Barcelona mit Z schreibt. Wieder was gelernt.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir abseits der Sardinen an einem anderen, weiter weg von Trubel gelegenen Strand, Bogatell. Da war’s gleich viel netter. Weil weniger Menschen. Und weniger Strandtuchverkäufer. Die interessieren mich jetzt sowieso schon weniger, weil ich schon so ein Strandtuch gekauft hab. Ich Schlingel ich.

Am Ende des Tages haben wir uns ein nahe gelegenes Strandlokal gesucht, wo wir endlich unsere langersehnte Paella essen durften. Genauso, wie sie serviert werden sollte. Mit allem, was dazu gehört. Garnelen, Miesmuscheln, Venusmuscheln, Tintenfisch, noch ein Fisch. Alles war drin. Auch Reis natürlich. Alles. Superdupermegagut. Restaurante Marisquería L’Escamarlà am Strandabschnitt Bogatell. Sehr zu empfehlen.

Mittwoch in Barcelona. Oder auch Gaudi-Tag genannt. Wir haben nämlich vor, gleich zwei der bekanntesten Werke Gaudis zu besuchen und uns mitsamt vieler (vieler) anderer Menschen, bewaffnet mit Audioguide, ins Getümmel zu begeben. Casa Batlló und Casa Milà. Casa Batlló, das Hundertwasserhaus von Barcelona, und Casa Milà mit dem berühmten Dach. Check. Hab ich jetzt auch gesehen. Nach diesen touristischen Highlights sind wir entlang des Passeig de Gràcias entlang flaniert, haben in teure Designerschaufenster geschaut und uns gefragt, wer sowas denn wirklich kauft. Diese schirchen avantgardistischen Fetzen Meisterstücke sind ja in Hässlichkeit Glanz und Gloria kaum zu überbieten. ABER es gibt immer Leute, die auch sowas kaufen.

Nach diesem traumatischen Erlebnis wollten wir wieder mal Richtung Strand fahren, um den Tag an genau diesem ausklingen zu lassen. Wir haben es aber nicht so ganz hingeschafft, weil uns wieder mal das Maka Maka in seinen Bann gezogen hat. Immer diese coolen Bars. Nervt schon richtig. Ein Burger, ein Salat und  fünf Love Mule  später, hat sich das mit dem Strand erledigt und wir sind wieder nach Hause gefahren. Obwohl ganz anders als geplant, war der Tag sehr entspannend. Wir sind sogar mit zwei Amerikanern ins Gespräch gekommen. Wir! Also nicht wir mit ihnen, sondern sie mit uns. Einer zumindest, der andere war eher der ruhige Typ. Müssen viel Geld haben, wohnen nämlich im W Barcelona und sind dann noch mit dem Taxi zur Sagrada gefahren. Aber cooler Typ, der Ent. Mit seinem Louis Vuitton Tascherl und seinem Chanel-Lippenpflegestift. Dem hätten die Designersachen am Passeig de Gràcias sicher gefallen.

Donnerstag in Barcelona. Sonne. Ah, nein, stimmt gar nicht. Bewölkt. War immer schön, deshalb hab ich mich doch glatt vertan. Der letzte Tag ist angebrochen und wir haben immer noch keine Churros gegessen. Ja richtig, keine Churros con Chocolate bis jetzt. Laut Reiseführer gibt es die ja an jeder Ecke. Fehlalarm. An unseren Ecken irgendwie nicht. Aber dank einiger Recherche haben wir die anscheinend älteste Churreria Barcelonas gefunden, Granja Dulcinea. Und die Churros dort waren echt gut.

Und fettig, wenn man sich die Serviette unter den Churros anschaut. Und die Schokolade zum Tunken. Puh. Das waren schon einige Kalorien. So ungefähr eine ganze geschmolzene Tafel Schokolade. Und dann noch die in Öl rausfrittierten Teigdinger. Sagen wir mal so – eine ausgiebige Mahlzeit.

Davor waren wir aber an einem absolut coolen Ort.  An dieser Stelle muss ich einen vielleicht „noch“ Geheimtipp verraten, den ich von einer geheimen Blogseite als Geheimtipp tituliert entdeckt habe. Das Dach der Kathedrale von Barcelona. Man kann nämlich auf dieses Dach fahren. Mit einem Aufzug, was sehr lustig ist, wenn man bedenkt, dass in einer Kirche ein Aufzug ist. Ein Aufzug in den Himmel sozusagen.

Aber ja, man steht zwischen den Türmen am Dach und hat einen unglaublich schönen Ausblick der anderen Art. Sehr, sehr empfehlenswert und noch sehr billig. Weil es noch nicht so bekannt ist. Und weil die Touristenmassen dort noch nicht ganz angekommen sind. Und sehr sympathisch, weil es der einzige Ort in Barcelona ist, wo keine französischen Schülergruppen sind. Dank einem Schild am Fuße des Aufzuges.

Aber die Kathedrale hat auch noch ein anderes Highlight. Die 13 Gänse im Kreuzgang. Echte Gänse! Nach abermaliger Recherche haben wir herausgefunden, dass diese Gänse sozusagen die Alarmanlage der Kirche sind. Sobald sich Eindringlinge nähern, fangen sie an zu gackern. Ein paar haben sogar fürs Foto hergeschaut. Herzig.

Der nächste und eigentlich letzte Punkt auf unserer Liste war das Picasso-Museum. Eigentlich gehen wir ja nie in Museen. Bin da irgendwie zu wenig kulturbegeistert. Aber dieses Museum hat mich wie magisch angezogen. Heut war nämlich freier Eintritt. Die längste Zeit waren wir aber eigentlich im Museumsshop, muss ich gestehen. Um das gesparte Geld für die Eintrittskarte wieder auszugeben. Hat mir aber sehr gefallen.

Nachdem uns die Churros schon ein bissl zu viel Süßes auf einmal waren, hat wieder mal etwas Würziges sein müssen. Also wieder mal was Essen gehen. Als wir so unseres Weges gingen, haben wir – wieder mal – ein sehr nettes Lokal entdeckt und uns spontan dazu entschlossen, diesem einen Besuch abzustatten. Casa Lola, eine Tapas-Bar. Die moderne Variante sozusagen. Mit den besten Tapas von ganz Barcelona.  Überhaupt und sowieso.

Zusammengefasst finde ich, dass Barcelona auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Vielleicht sogar mehrere. Gaudí hat das Stadtbild sehr geprägt und einige schöne Flecken für die Nachwelt hinterlassen. Anfangs war es etwas schwieriger für mich, das katalanische Lebensgefühl richtig zu deuten. Die Augen auf die richtigen Restaurants zu richten, sich abseits der Touristenwege zu bewegen und einfach mal seinem Bauchgefühl zu vertrauen und sich treiben lassen. Das ist immer wichtig, aber im Herzen von Katalonien ganz besonders. Barcelona, es war bestimmt nicht das letzte Mal.

Lissabon. Amor à primeira vista.

Endlich ist es soweit. Der lang ersehnte große Urlaub steht vor der Tür. Also nicht direkt vor der Tür. Bin eigentlich schon durchgegangen und inmitten dieser wunderschönen Stadt. Lissabon. Ich hab mich sofort in dieses Juwel am Tejo verliebt. Schon am Weg vom Flughafen zu unserem Apartment. Obwohl da schon eeeeinige Plattenbauten waren. Und das nicht so schön ist. ABER nicht mal das hat meine Verliebtheit getrübt. Arg.

In unserem Viertel angekommen – im wunderschönen, alten Chiado – haben wir unser Apartment bezogen und waren ganz hin und weg. Schon die Rezeption des Ex Libris hätt ich einpacken und mit nach Hause nehmen können. Sehr zu empfehlen. Hat alles, was man so braucht. Und ist wunderschön. Und sauber. Und hat schnelles WLAN. Und eine Kaffeemaschine.

Und ist teuer. Leider. Aber dafür greif ich gern mal ein bissl tiefer ins Geldbörserl.

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages ausnützend haben wir uns gleich einen kleinen Rundumblick von unserem Viertel verschafft. Und sind zu dem Schluss gekommen, dass Flip Flops auf glatten Kopfsteinpflaster eher zu den schlechteren Entscheidungen des heutigen Tages gezählt haben. Es ist teilweise nämlich etwas steil. Also so richtig steil. So, dass man aus Flip Flops rausrutscht und es peinlich wird. Weil’s so hügelig ist. Aber nichtsdestotrotz (eines meiner Lieblingswörter) haben wir uns an den schönen Häuserfassaden, mit den vielen kleinen Kacheln, ergötzt erfreut, sind an einigen Padarias (wunderschöne Bäckereien mit noch wunderschöneren süßen Sachen) vorbei geschlendert und haben uns ein kleines, nettes Lokal  fürs Abendessen gesucht.

Sinal Vermehlo. Ein kleines, portugiesisches Lokal mit echt authentischen Flair. In einer kleinen Seitengasse unseres Apartments, umrahmt von einem Jazzsänger (sehr idyllisch), platziert neben zwei unglaublich unfreundlichen anderen Touristen (nicht so idyllisch). Tische sind da halt etwas enger beinander. Die haben uns einen Blick geschenkt – puh. Hab schon ein richtig schlechtes Gewissen gehabt, dass ich jetzt was essen möchte.

Aber – nichtsdestotrotz (Lieblingswort) – hat das Essen sehr gut geschmeckt. Hab mich gleich an der Spezialität Bacalhao probiert. Der berühmte, in Salz eingelegte Stockfisch. Mit echt witzigen Beilagen. Ein Stöcklkraut zum Beispiel. Also so ähnlich wie Stöcklkraut. Hat aber echt gut zusammen gepasst. Und als Couvert einen echt guten Käse. Queijo da Serra. Mmmmmmmmh.

Der nächste Tag war unser erster richtiger Tag in Lissabon. Also so von früh bis spät. Und nachdem sich unser Rhythmus noch nicht ganz an portugiesische Rhythmen angepasst hat, waren wir natürlich schon echt früh munter. Und wollten ja eigentlich noch im Supermarkt was einkaufen. Fürs Frühstück. Da der aber leider erst viel später aufmacht als hierzulande, hat leider ein kleines Pastel de Nata dran glauben müssen. Okay zwei. Und ein Croissant. Und es war herrlich. So ein kleines gutes Ding. Eigentlich nur Blätterteig mit Puddingfüllung. So einfach. Und soooo gut.

Lissabon zu Fuß ist ein richtiges Highlight. Erstens sieht man die ganzen schönen Fassaden viel besser als wenn man U-Bahn fährt – haha – und man tut seinen Venen was Gutes. Also das muss man jetzt echt mal sagen an der Stelle. Fuß Hut ab. Die alten Lisboetas müssen echt gute Füße haben. Wie viele Stufen die in ihrem Leben schon raufgegangen sind – Wahnsinn.

Und man kann die schönen, idyllischen, Straßenbahnen bewundern. Und sich vorstellen, wie es ist, mit so einer Straßenbahn zu fahren. Sind nämlich immer mehr als voll. Wir nehmen uns also vor, mal mit der allerersten 28er zu fahren, um auch einen heiß ersehnten Sitzplatz zu ergattern.  Steht auf der To-Do-Liste.

Einige Stufen und viele Hügel später sind wir beim Castelo de Sao Jorge angekommen, wo uns Touristenscharen empfangen haben. Irgendwie steh ich’s mir nicht so auf so Massen. Und Touristen schon gar nicht. Also sind wir nur durch die engen Gassen gewandert, haben die Häuser bewundert und sind zu guter Letzt mit einem Elevador ein paar Hügel runter gefahren. Ja, es gibt einige Aufzüge. So auf der Straße. Nur, wenn man keine Straße sozusagen entlang gehen möchte. Toll. Ich liebe Lissabon.

Nachdem uns ein kleiner, feiner Regenschauer überrascht hat, sind wir – eigentlich auf der Suche nach einer bestimmten Tapas Bar – auf ein anderes Lokal gestoßen, in das wir uns sofort verliebt haben. Grapes and Bites. Wie der Name schon verrät, gibt es hier Wein. Viel Wein. Es ist sozusagen eine Weinbar. Leicht überfordert von der Weinkarte haben wir uns letztendlich einen Weißwein empfehlen lassen. Dazu ein unglaublich guter Oktopus-Salat, Käse mit Thymian und Kürbismarmelade und gegrillte, mit Käse gefüllte Pfefferoni. Da der Kellner seinem Job echt gut verstanden und uns sehr zum Wein trinken animiert hat, haben wir uns durch einige inländische Weine gekostet und einen wirklich schönen Abend verbracht.

Mittwoch in Lissabon. Regen. Von in der Früh weg. Was macht man da am besten? Ausflug. Genau.

Wir fahren nach Sintra. Mit dem Zug. Die Stadt mit den vielen Palästen, die inmitten des fast schon Dschungels erbaut wurden und offenbar sehr schön sein sollen. Ja, sollte. Wir haben nämlich dank des Regens nicht sehr viel davon gesehen. Es war nicht die beste Idee bei strömenden Regen so eine Tour zu machen. Eigentlich sind wir nur im Bus ein bisschen herumgefahren. Nur, dass wir nicht nass werden. Weil so spektakulär haben wir Sintra leider nicht wahrgenommen. Es wäre sicher schön, wenn man sich erstens für Burgen, Schlösser und Paläste richtig interessiert und zweitens die Touristen einfach nicht dort wären. Menschen nerven manchmal schon sehr. Überhaupt Pensionistenreisegruppen. Dafür hab ich den Wald sehr schön gefunden. So grün und dschungelig. Mit Lianen. Wie in den Tropen. Ahja, noch was. Das erste, was man als Ankommender am Bahnhof von Sintra sieht, ist ein chinesisches Restaurant. Und ned amoi a Schenes. #touristfail

Ein bisschen wehmütig haben wir uns wieder auf den Heimweg nach Lissabon gemacht. Da wir natürlich den falschen Zug genommen haben, weil wir keine halbe Stunde im Regen warten wollten, mussten wir auch noch in die Metro umsteigen. Hört sich einfacher an als es ist. Portugiesen schreiben offensichtlich bei Ihren Zugplänen Umsteigemöglichkeiten an, obwohl Zug und U-Bahn 1 km auseinander liegen und nicht direkt miteinander verbunden sind. Nerv.

Die schirchen unattraktiven Plattenbauten Großwohnsiedlungen von Lissabon hinter uns lassend sind wir endlich wieder in unserem schönen Viertel angekommen, wo wir jede Hausfassade, jede sympathische Ecke in uns aufnehmen und glücklich sind, wieder im wunderschönen Chiado zu sein.

Donnerstag in Lissabon. Wieder Regen. Aber da müssen wir durch, denn heute steht endlich Straßenbahn fahren am Programm. Richtig gehört. Wir freuen uns aufs Straßenbahn fahren. Muss man unbedingt machen, wenn man mal in Lissabon ist. Und weil’s auf unserer To-Do-Liste steht. Die kleinen, süßen, alten, gelben Straßenbahnen sind ein sehr begehrtes Fortbewegungsmittel, weshalb man am besten schon sehr zeitig dran ist. Weil wenn man nicht früh genug da ist, muss man stehen. Und das ist bei dem Geruckel und dem Auf und Ab fahren nicht so lustig.

Also sind wir einmal in die eine Richtung, und einmal in die andere Richtung gefahren. Endstation zu Endstation sozusagen. Bim Bim. War sehr cool, weil man so auch mal andere Flecken der Stadt gesehen hat. Mal schönere, mal nicht so schöne, wodurch wir wieder mal zu dem Entschluss gekommen sind, dass wir in einem der schönen Viertel wohnen.

Ausgestiegen bei der Endstation Prazeres haben wir versucht, wieder den Weg zurück zu finden. Waren nämlich doch schon wieder recht weit draußen. Durch Zufall sind wir in einen tropischen Park mit ganz vielen komischen Enten gekommen – dem Jardim de Estrela. Gleich gegenüber der Basilica. Wie zwei kleine Indianer haben wir die Straßenbahnschienen zurück verfolgt, sind dann einmal steil rechts abgebogen und wie durch Zufall beim Museu da Farmacia vorbei gekommen. Witzig. Sachen gibt’s. Weil wir ja soviel Zeit haben, sind wir gleich mal reingegangen. Berufskrankheit. Auch im Urlaub.

Beim weiteren Durchschlendern durch die Gassen Lissabons sind wir noch auf eine sehr coole Markthalle gestoßen. Mercado da Ribeira – Time Out Market.

Frieda fühlt sich wohl.

Eine Markthalle, die lauter Restaurants und Tapas Bars und kleine Lokale beherbergt, wo man nach Herzenslaune schlemmen und gustieren und probieren kann. Herrlich. Alles in kleinen Portionen. Dass man ganz viel isst. Ein Schinken da und ein Bacalhau dort, dann noch ein Meeresfrüchtesupperl.

Sehr zu empfehlen. SEHR. SEEEEEHR.

Schweren Herzens haben wir uns danach auf den Weg nach Belém gemacht. Wieder mit dem Zug. Um ein Kloster anzuschauen. Und einen Turm.

Hat mich nur mäßig begeistert. Und windig war’s auch. #touristfail

Aber eigentlich waren das Kloster und der Turm eh ganz schön. Ich mag nur so Touristenaufläufe nicht. Aufläufe sind nur zum Essen gut. Alles andere ist unnötig.

Wieder daheim in Chiado, nachdem uns ein unglaublich arger Regenguss erwischt hat (wir befinden uns gerade offenbar in einem Tiefdruckgebiet – ich rolle wieder theatralisch mit den Augen, weil ich Regen über alles hasse), haben wir uns aufgemacht, um wieder mal etwas Essen zu gehen. Und diesmal hat es unbedingt eine Cataplana de Mariscó sein müssen.

Wurde es aber nicht. Hrmpf.

Das einzige Lokal, wo ich nach gefühlten 3 Stunden, nachdem ich gefragt habe, ob sie das auf der Karte haben, eine Antwort bekommen habe (obwohl es dann eigentlich gar nicht auf der Karte gestanden hat und der Koch € 40 haben wollte – pff), sind wir wieder von dannen gezogen und haben uns in eine Tapas-Bar begeben, wo wir letztendlich sehr glücklich und sehr voll geworden sind. Tapas Petiscos sind halt doch was Feines. Eigentlich dürfte es in Portugal dann ja gar nicht Tapas-Bar heißen. Wenn sie doch drauf bestehen, dass ihre Tapas Petiscos heißen. Hmm. Die Petiscos-Bar war auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Bar 28. Merken.

Freitag in Lissabon. Unser letzter Tag. Und zur Abwechslung mal kein Regen. Da wir im Grunde schon alles gesehen haben, wollten wir uns mal einen schönen Ausblick über die Stadt gönnen. Da der bei uns nahe gelegene Elevador de Santa Justa ein Touristenmagnet ist, was eine Schlange von wartenden Menschen bedeutet, haben wir uns kurzerhand umentschieden, um einem Geheimtipp zu folgen. Das – Achtung – Amoreiras Shoppingcenter. Ja, ein Einkaufszentrum im Nirgendwo, was aber eine sehr schöne Aussichtsplattform haben soll, wo man einen 360° Grad Ausblick hat.

Wieder mal das Wörtchen soll.

Wir haben es zwar geschafft, mit dem richtigen Bus zu diesem komischen Einkaufszentrum zu fahren, sind dann aber genau dann hingekommen, als der Aufzug beschlossen hat, Mittagspause zu machen. Zwei Stunden. Der Aufzug zu dieser Plattform war zwei Stunden zu.

Also haben wir zwei Stunden gewartet.

UND DANN IST DER AUFZUG AUSSER BETRIEB.

Grantig. Puuuuuh. Wir waren grantig. Also alles umsonst. Das Hinfahren, das Warten. Genervt und frustriert, dass nix an unserem letzten Tag in Lissabon hinhaut und alles nur noch #touristfails sind, sind wir wieder mal weiter gezogen und haben uns auf den Weg in die LX Factory gemacht. Auch so ein Hipstertreff. Anscheinend. Also, wenn man dem Internet so glauben kann.

Nach gefühlten fünf Tagen Wanderung durch fünf Bezirke über fünf Hügel und fünf Täler sind wir endlich angekommen. Und es hat sich gelohnt. Ein cooles, hippes und sehr modernes Areal, was meiner Meinung sehr an unsere Arena erinnert. Also so vom Stil her. Design trifft auf nette Lokale, kreative Shops und irgendwo im Hintergrund war auch noch ein kleines Festival. War echt nett dort.

Zum Glück.

Alles in allem finde ich, dass Lissabon unbedingt einen Besuch wert ist. Man braucht gute Schuhe und eine noch bessere Kondition, um die hügelige Stadt am Tejo gut zu erklimmen, aber man wird mit sehr gutem Essen, noch besserem Wein und dem allerbesten Weichsellikör der Welt belohnt. Einfach durch die Straßen schlendern. Dort, wo es einem gefällt, einfach stehen bleiben, und auch mal den Reiseführer aus der Hand legen. Nicht alles, was groß beworben wird, ist auch wirklich gut. Zum Abschluss unseres Besuchs in Lissabon stimmen wir uns jetzt noch mit einem Glaserl Sangria auf die morgige Reise nach Barcelona ein und lassen ein letztes Mal den Blick über die Dächer Lissabons schweifen.

Frieda war in der goldenen Stadt Prag.

Frieda war schon wieder unterwegs. Diesmal in einer wunderschönen Stadt an der Moldau, in Prag. Zurecht auch die goldene Stadt genannt. Gibt ja viel Gold auf den Dächern. Und ein goldenes Gässchen. Waren aber nicht dort, weil man da Eintritt zahlen muss. Das muss man sich mal vorstellen. Eintritt für eine Gasse. Pff, das wollten wir aus Prinzip schon nicht sehen dann, dieses Gässchen. So gold kann das gar nicht sein. Obwohl dort die alten Alchemisten ja anscheinend Metall in Gold verwandelt haben. Einen Versuch wärs halt schon so irgendwie wert gewesen. Mist.

Nichtsdestotrotz (komisches Wort, wenn man es mal schreibt) ist diese Stadt, mit oder ohne goldenem Gässchen, einfach nur wunderschön. Egal, zu welcher Jahreszeit. Egal, ob es schneit oder ob sich die ersten Sonnenstrahlen durch die mittelalterlichen Hausfassaden ihren Weg suchen. Prag ist schön. Immer.

Angekommen am Prager Hauptbahnhof bahnen wir uns unseren Weg zu unserem Hotel. Frieda mag jetzt Zug fahren sehr gerne. Aber Frieda mag kein Kopfsteinpflaster. Zumindest nicht mit Koffer. Anstrengend. Unser Hotel, das Barcélo Old Town, hat den Weg dafür mehr als entschädigt. Schönes Frühstücksbuffet, wunderschöne, große Zimmer. Guuuuut. Es war eine Junior Suite. Die muss ja groß sein. Hab sogar ein paar Mal Sachen in dem riesigen Zimmer verloren. Nörgeln auf höchstem Nivea. Ähm, Niveau natürlich.

Nachdem wir durch die Touristenmeile von Prag marschiert sind, den Rathausplatz überquert haben und vorbei an all den italienischen Schülergruppen geeilt sind (Anmerkung: ganz Italien war in diesen Tagen in Prag. Ungelogen. Entweder hat ganz Italien gerade schulfrei oder Prag ist DIE Stadt, wo neuerdings alle Schüler auf Sprachreise hinfahren. Faszinierend. Nämlich sogar mehr Italiener als Asiaten. Und das heißt was.) standen wir auch schon vor der berühmten Karlsbrücke. Wunderschön. Und das Schönste waren die Menschen.

Haha. Gelogen. Menschenmassen mag ich eher nicht so. Eher sowas da:

Einmal drüber geschlendert sind wir im schönsten Viertel von Prag angekommen. Mala Strana. Liebevoll auch das kleine Venedig von Prag genannt. Zurecht. Mit den ganzen Schwänen und den Häusern, die aus dem Wasser ragen. Mit all den kleinen Restaurants, Cafés und Bistros. Und nicht zu vergessen, mit der atemberaubenden John Lennon Mauer. Ein Stück Kultur. Geschichte. Eine Mauer mit einer Botschaft.

I really thought that love would save us all. John Lennon

Vollgestopft mit neuer positiver Energie – und mit viel tschechischem Bier – haben wir die Stadt weiter erkundet. Alles zu Fuß. Bei herrlichem Sonnenschein. Das eine oder andere Trdelník hat auch dran glauben müssen. WEILS SO GUT IST. Mit flüssiger Schokolade. Mhmmmm. Deshalb sind wir auch so viel gegangen. Dass wir mehr essen können. Schande über mein Haupt.

Am letzten Tag dachten wir uns, dass eine Schiffsfahrt auf der Moldau keine schlechte Idee wäre. Um auch noch ein paar andere Ecken des Flussufers zu sehen. Tja, dachten wir uns. Das Schiff ist nur leider genaaaaaau bis nach der Karlsbrücke gefahren. Und hat dann einfach umgedreht. Schweinerei.

Am letzten Abend haben wir auch ein sehr schönes, sehr zu empfehlendes Restaurant gefunden. Direkt an der Moldau. Mit Blick auf die Prager Burg. Und dann wars Essen auch noch gut! Des muass ma amoi finda!

Das werte Lokal trägt den Namen Marina Grosseto Ristorante und ähnelt unserem Motto am Fluss unglaublich. Nur, dass es italienische Küche hat. Und an der Moldau liegt. Sehr zu empfehlen. Ich sag nur selbstgemachte Spaghetti mit Meeresfrüchten. Ein Traum. Und ein Tartar vom Tunfisch mit Wasabischaum. OMG.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Prag mehr als nur einen Besuch wert ist. Eine wunderschöne, alte Stadt. Wenn man sich abseits der Touristenmassen bewegt, kann man auch sehr schöne, ruhigere Ecken von Prag kennen lernen.

Man kann aber auch mal einfach nur Tourist sein. Und sich mit Chinesen und Italienern (es waren wirklich so viele) durch die mittelalterlichen Straßen der Goldenen Stadt durchkämpfen. Und zumindest einmal jedes einzelne tschechische Bier kosten. In diesem Sinne – Na zdraví!

Eure Frieda.

Frieda sucht Sissi in Budapest.

Budapest. Die Stadt, wo Sissi zur Königin von Ungarn gekrönt wurde. Die Stadt, die Wien so ähnlich sein soll. Die Stadt, die viel Geschichte in sich trägt. Frieda hat wieder die Reiselust gepackt. Mit wunderschönem Wetter (Anmerkung der Redaktion – für Ende Februar. 8 Grad. Also kalt. Aber Sonne war da!) im Gepäck musste mal wieder ein Wochenendtrip her. Vollgepackt mit tollen Sachen stürzten wir uns in das Abenteuer ÖBB und stiegen voller Vorfreude in unser reserviertes 1.Klasse-Abteil ein. Gut, es war kein ganzes Abteil; es waren zwei Sitzplätze in einem 6er Abteil. Und es war auch nicht wirklich 1.Klasse. Es war offenbar die ungarische Version einer 1.Klasse. Also so wie 3.Klasse ca. Aber das WLAN hat zumindest funktioniert. 1:0 für die ungarische ÖBB (2.Anmerkung am Rande: in der richtigen ÖBB bei der Rückfahrt hat das WLAN gar nicht funktioniert. Grml.).

Genug vom Zugfahren. Nach knappen 3 Stunden Fahrt sind wir endlich im wunderschönen Budapest angekommen. Budapest. Buda und Pest. Zwei Stadtteile, die durch die berühmte Kettenbrücke damals miteinander verbunden und vereint wurden. Buda, das alte Regierungsviertel und Pest, der „neuere“ Stadtteil, der mit seinem unglaublich charmanten jüdischen Viertel Frieda’s Herz erobert hat. Ein Lokal nach dem anderen. Klein, liebevoll und vor Charme sprühend. Man möchte am liebsten in jedes kleine Restaurant, in jedes Bistro und in jedes Café einkehren, um all den Flair in sich aufzusaugen. Frieda mag Budapest und hätte noch sehr gerne mehr Zeit dort verbracht. Und wird sie sicher auch bald wieder. Bald.

Nachdem wir unsere Unterkunft für die Nacht bezogen haben (Heritage Home Apartments, die ich an dieser Stelle gerne weiterempfehlen möchte und wo ich eigentlich sogar gern drin leben würde, weil sie so schön ist), haben wir uns in die Stadt begeben. Zu Fuß haben wir alles sehr gut erreicht. Und umsonst eine 24-Stunden-Öffi-Karte gekauft. Mist. Aber egal, Budapest ist zum Glück nicht so teuer. Entlang der Donau kann man einen wunderschönen Spaziergang auf der Donaupromenade machen. Bei schönen Wetter echt ein Muss. Schöne Kulisse. Mit Blick auf das hügelige Buda mit seinen Thermalbädern.

Wenn man in Budapest ist, muss man unbedingt in ein Thermalbad gehen. Wenn man in Budapest ist, muss man unbedingt in ein Thermalbad gehen. Wenn man in Budapest ist, muss man unbedingt in ein Thermalbad gehen.

Was hab ich vergessen?

Badesachen.

Ironie des Schicksals. Habe ich eh nicht oft gelesen. Neeeein. Hab mir gedacht, dass das unnötig ist. Wurde eines besseren belehrt, weil das glaub ich schon sehr cool gewesen wäre. So ein heißes Thermalbad. Wenn man den Bildern traut. Nächstes Mal.

Als wir also die Donaupromenade entlang gingen (und von Thermalbädern schwärmten), war der erste Stop die berühmte Kettenbrücke. Wirklich schön, diese Kettenbrücke. Mit Löwen davor. Großen Löwen. Sehr eindrucksvoll. Drüber gegangen sind wir erst am nächsten Tag. Man darf ja nicht gleich alles auf einmal machen. Als wir weiter schlenderten, sind wir zu den berühmten Schuhen am Donauufer gekommen. Schuhe, aus Metall gegossen. Ein Mahnmal, welches auf eine sehr eindrucksvolle Art umgesetzt wurde. Auf einmal ist man wieder mit der Vergangenheit konfrontiert. Muss man aber auch manchmal, damit man nicht vergisst.

Wenn man soviel im Februar draußen unterwegs ist, muss man ganz bald auch wieder ins Warme. Eeeeeeessen ist angesagt. Also Restaurant suchen. Eine Gulaschsuppe später treten wir gestärkt unseren Heimweg an. Haben uns schon sehr gut zurecht gefunden in unserem kleinen Budapest. Ein kleiner Blick noch zur Kettenbrücke bei Nacht – gut, es war Abend, früher Abend – um die ganzen Lichterl erblicken zu können, und dann geht’s ab ins Bett, um gestärkt in den morgigen Tag zu starten.

Da wir nicht wirklich viel zum Thema Frühstück in Budapest gefunden haben, was unseren Vorstellungen eines Frühstücks entspricht, haben wir den einfachen Weg des benachbarten Cafés gewählt. Vintage Garden. Voll das nette Café muss ich sagen. Das Frühstück war aber leider nicht so meins. Aber es ist auch anscheinend verdammt schwer, ein Frühstück zu finden, was nicht aus French Toast besteht. Also korrigiere ich mich, French Toast ist nicht so meins. Auf würzig nämlich. Mit Sauerrahm und Käse. Dafür war der Kaffee echt gut. Da aber mein Magen mit so viel French Toast vollgestopft war, hatte nur ein Cappuccino Platz. Leider.

Da wieder so ein schöner, sonniger Tag war, war es eine richtige Freude, draußen unterwegs zu sein. Diesmal überquerten wir die Kettenbrücke. Und kamen in Buda an. Eigentlich wollten wir, kurzentschlossen, mit der Seilbahn den Berg hinauf fahren. Nicht weil wir faul sind. Nein nein. Sondern weil die Bahn so süß war. Aber die Schlange hat das Süße vertrieben. Ich hasse Schlangen. Warten in Schlangen. Das war der Grund, dass der Berg zu Fuß erklommen wurde. Was gar nicht so schlimm war, weil der Berg nicht so hoch war. Oben angekommen hat uns ein wunderschöner Blick nach Pest offenbart. Also Foto machen. Und die letzten Sonnenstrahlen genießen. Und inzwischen all den Japanern überleben.

Nachdem wir uns die Fischerbastei und die Matthias-Kirche angeschaut haben (Anmerkung, wieder mal von Frieda: dort ist die liebe Sissi zur Königin von Ungarn gekrönt worden!), haben wir uns auf den Weg zu einem Park gemacht. Zu Fuß. Und es war irgendwie weiter als gedacht. Was uns dann aber am Ende der Straße erwartet hat, war den Weg nicht so ganz wert. Naja, so teilweise. Touristen. Ganz viele. Auf so einem Touristenmarkt. Das war das Negative. Das Positive war das Essen mal wieder. Wir haben endlich so ein typisches Dingsda gegessen.
Ich kann mich nicht an den Namen erinnern, weil ich mich prinzipiell an keine ungarischen Namen erinnern kann, weil die Sprache furchtbar schwer ist. Erdélyi kürtöskalács. Oder halt Baumkuchen, hab’s grad gegoogelt. Ein riesiges Teil, in Zimt und Zucker gewälzt, aber gar nicht so schlecht. Eine Erfahrung und 3 Kilo schwerer, haben wir uns zurück in unser liebgewonnenes jüdisches Viertel begeben. In ein Lokal, was mir schon am ersten Tag ins Auge gestochen ist. Vicky Barcelona. So wie der Film. Eine kleine Tapas-Bar inmitten von Budapest, die seinem Namen alle Ehre macht. Sangria, Tapas und Salsa-Musik bilden den Abschluss unserer Budapestreise. Wir müssen wieder nach Hause. Die ÖBB ruft.

Budapest, wir kommen bald wieder. Es war nicht das letzte Mal. Versprochen.